Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

V. Rechts-, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte - 53. Josef Karl Homma (Eisenstadt): Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes

Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes. 81 1271 *) liegt Pomogh südlich des Ortsriedes. Ebenso bezeichnet eine Urkunde aus 1338 * 2) Pomagh als südlich von Stinkenbrunn gelegen. Es würde sich also mit Zillingtal decken. Diesen Schluß zieht auch Stessel. Immerhin besteht eine Schwierigkeit: der deutsche Orts­name taucht als Cylingenthal schon 1301 auf3) und hält sich in den Formen Cylynthal 1380, Ziligenthal 1419, Cil(i)genthal 1435 4), also gleichzeitig mit Pomagh (1346 bis 1434). Es kann also die aus dem Altslowakischen stammende Bezeichnung ,,Po-medza“ = Ort „an oder hinter der Grenze“ neben der deutschen Ortsnamenbezeichnung Cylingthal nach dem benachbarten Zillingdorf gelaufen sein oder dieses Pomagh war ein kleines Dorf zwischen Stinkenbrunn und Zillingtal 5). Pugyn (Putyim, Putyina, Pughina) und Zalounta (Szalonta): In der Schenkungs­urkunde für die Mattersdorfer im Jahre 1202 6) werden als Grenzorte u. a. auch die beiden Dörfer Zalounta und Pugym genannt. Diese Dörfer der Arpadenzeit sind auf der heutigen Dorfflur von Sigleß, bzw. Krensdorf zu suchen 7). Sie werden später urkundlich nicht mehr erwähnt. Es ist indessen nicht klar, ob es sich hiebei um Wüstungen handelt, oder ob diese Dörfer mit den beiden Ortschaften von heute identisch sind. Von den angeführten Wustungen im Leithagebiet verödeten Seyfried und Alrams schon im 14. Jahrhundert, Röjtökör, die beiden Ikka (falls nicht mit Ober- und Untereggen­dorf zu identifizieren) sowie Pomagh im 15. Jahrhundert und Wart im 16. Jahrhundert. Mit Ausnahme von Wart können wir die Ursache der Verödung nicht. Mögen auch die Grenzkämpfe des 15. Jahrhunderts die Siedlungen in Mitleidenschaft gezogen haben, so waren es vermutlich doch wirtschaftliche Gründe, bzw. die Bodenverhältnisse, die einem Wieder­aufbau der Ortschaften entgegenstanden. Denn gerade die Böden jener Gebiete, in denen sich Röjtökör, Alrams und Wart befanden, sind auch heute noch die am wenigsten erträgnisreichen 8). x) Wenzel, ebenda, 8, 362. 2) Vgl. Stessel, Százádok, 1900, S. 30. 3) Fehér, ebenda, VIII., 1, 71. Bei Moór E., ebenda, S. 43. 4) Csánki, ebenda, 3., 611. 5) Auffallend ist allerdings, daß sich in den Urkunden keine Doppelbenennung findet, wie dies z. B. in der Urkunde von 1434 bei Müllendorf „Kwesd, alio nomine Mylihdorff“ der Fall ist. 6) Nagy, I., Nr. 5, S. 5. 7) Vgl. Löger, ebenda, S. 205 und Moór E., ebenda, S. 45. 8) Vgl. auch Löger, ebenda, S. 205. 6 Festschrift, II. Band.

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