Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

V. Rechts-, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte - 53. Josef Karl Homma (Eisenstadt): Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes

78 Hómmá, Das Bergbuch der Herrschaft Forchtenstein aus 1570, bzw. 1589 x) zählt unter „Petscharn“ (Pöttsching) noch die Riede „in der Wardt“ auf2). Das Dörfchen wurde 1529 oder 1532 von den Türken zerstört und nicht mehr auf­gebaut. Die Gründe bebauten in der folgenden Zeit die Bewohner von Pöttsching 3). Nagy 4) setzt Wart gleich Röjtökör(ör-Wart). Demnach hätten wir es nur mit einem Ort zu tun. Obgleich diese Möglichkeit nicht bestritten wird, ist anderseits zu bedenken, daß Rudolph von Potendorf 1317 lediglich von „tributum Wort vocatum“ spricht und daß die „Warth“ immerhin als kleine Ansiedlung der Zollstelle wohl östlich bestanden, aber zuRöjtökör zugezählt wurde — ähnlich wie bei der „Wart“ östlich von Müllendorf, von der es in den Urkunden von 1346 und 1434 ebenfalls nur heißt: „Kwest alio nomine Mylihdorff consimi­liter cum tributo viatico5). Außerdem ist Röjtökör nach 1434 urkundlich nicht mehr genannt, während wir von Wart wissen, daß es erst den Türkenkriegen 1529 oder 1532 zum Opfer fiel. Alrams (Alram, Arlamus, Olram, Alberndorf): 1232 hatte Ezzelin vom Grafen Peter Oesli (Oschl) Güter in Alrams zu Lehen. Diesen Besitz kaufte der Deutsche Orden von Wiener Neustadt im Jahre 1245 als zinspflichtiges Gut 6). 1292 willigt der aus dem Ge- schlechte Osl stammende Graf Georg de Alrams ein, daß die Mönche des Deutschen Ordens von Wiener Neustadt eine Wiese bei Alrams gegen Erlegung eines Pachtes in ihren Besitz nehmen 7). Im Jahre 1323 unterwerfen sich Wiener Neustadt und Graf Rosenberg in einem Streit um einen Besitz in Alrams dem Urteil des Grafen Paul von Forchtenstein. Der Graf entschied für Wiener Neustadt und Graf Rosenberg übernahm die Verpflichtung, den Handel der Bürger von Neustadt über Alrams nach Ungarn nicht zu stören. 1324 schenkt Karl Robert die Gegend von Alrams (Alram, Olramb, Albersdorf) dem Grafen von Matters­dorf8). Die Veräußerung des Besitzes Hirm und Olramus wird 1334 den Söhnen Osls von König Karl I. untersagt und die Erwerbung durch den Mattersdorfer Grafen verboten 9). 1346 wird Alrams gelegentlich der Aufteilung der Besitzungen Kobersdorf und Forchtenstein in der Reihe: Ruhtukewr-Alrams, Kethykka-Kwesd (Müllendorf) aufgezählt 10). 1350 hat Wiener Neustadt in Alrams einen Besitz, für den es dem Grafen Zora Peter von Großhöf lein dienstbar ist n). 1356 spricht Palatin Nikolaus Konth Dreiviertelteile des Besitzes Höf lein (Hewlyn) und den ganzen Besitz von Arlamus gegen Niklyn, dem Enkel Simons von Matters­dorf dem aus gleichen Geschlecht stammenden Peter, Sohn des Agyagus zu 12). In dieser Urkunde wird Höflein als populose Hewlyn, Arlam aber schon als possessio non populosa (verlassene Siedlung) bezeichnet. 1384 schließlich erscheint Alrams in einer Wiener Neustädter Urkunde nur mehr als ein Riedname 13). Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob der Ort selbst wieder besiedelt wurde. Jeden­falls scheint er in der Urkunde von 1434 wieder in der Reihe Röjtökör, Kethekka und Kwesd (Müllendorf) auf, ohne daß er als Wüstung bezeichnet würde. *) *) Forchtensteiner Archiv. 2) Vesendorfer Huet, In den alten Sätzen Huet, In alten Sätzen in der oberen Schidung, In der Aw Huet, In der Ziernhuet, Im Angerhuet, Annger Huet, Praitner Huet, Hallusch Huet, In der äußeren Hallusch, In der oberen Gisern Huet, Hunger Cassten, Hirchpichlhuet, In minderen Gisern, Huet in oberen Sätzen, In alten Sätzen, In äußeren Giserhuet, Nidern Gissernhuet. 3) Vgl. Löger, ebenda, S. 127. 4) Nagy, I., Nr. 67, S. 79. 5) Nagy, I., Nr. 149, S. 186 und II., Nr. 128, S. 212. 6) Löger, ebenda, S. 50. 7) Nagy, I., Nr. 45, S. 58. 8) Löger, ebenda, S. 50. ») Nagy, I., Nr. 106, S. 131. 10) Nagy, I., Nr. 149, S. 186. n) Löger, ebenda, S. 50. 12) Nagy, I., Nr. 193, S. 250. 13) Löger, ebenda, S. 50.

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