Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

V. Rechts-, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte - 53. Josef Karl Homma (Eisenstadt): Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes

68 Hómmá, Ungarisch Altenburg über, sein Name wurde zur Ehrung des Reorganisators der Herrschaft, Rohrer, in Rohrerfeld (Rohrerhof) abgeändert. Wenngleich der Rohrerhof auf heute ungarischem Boden liegt, breitete sich doch das Gemeindegebiet weiter westwärts bis nördlich der Andauer Pußta in heute burgenländisches Gebiet aus. Michldorf—Lobi: Als letzter 1529 von den Türken verwüsteter und in der Folge abge­kommener Ort der Mönchhofer Stiftsherrschaft ist Michldorf zu erwähnen. Obwohl urkund­lich als Michldorf nicht erwähnt, scheint es doch in den Besitzbüchern der Abtei Heiligen­kreuz einige Male auf. Nach der Mitteilung des gleichen Stadtrichters Kirchhofer von Bruck im Jahre 1554 ist die Siedlung öde und bereits vom Kloster Mönchhof gekommen. Es hatten sich schon damals die Bewohner von Pamhagen („die Pamhacker oder Pamagga“) der Gründe bemächtigt, aber dieselben auch anderen Nachbarn als Weide überlassen x). Der Gemeindehotter blieb aber weiterhin innerhalb der Gemarkung von Pamhagen. Mühlhofer 2) weist auf Grund von eingehenden Bodenuntersuchungen die Lage des Dorfes auf der flachen Bodenwelle zwischen Lobler und Dorfsee östlich von Wallern— Pamhagen bei der Riedbezeichnung „Burgstall“ der Spezialkarte nach. Csánki 3) nennt einen urkundlich 1291 bezeugten Ort „Loblu, Loblo“ östlich von Pamhagen, dessen Namen noch der Loblersee festhält. Dieser Ort dürfte mit Michldorf identisch sein. In der Urkunde von 1291 4) erneuert Andreas III. die Schenkung Ladislaus IV. vom Jahre 1282 der Besitzungen Loblo, Lous und Tard an Comes Belud de Osl, der den Loblo benachbarten Besitz Kechel (Keych, Götsch) inne hatte 5). 1349 verpfändet vor dem Raaber Domkapitel der aus dem Geschlechte Osl stammende Thomas, Sohn des Johann, Sohn des Nikolaus, de Wycha de genere Osl seinen Besitz Lobi und Bala (Wallern) an Belyd, Sohn des Johann de Hof lying (Großhöf lein) 6) und überträgt 1358 das gleiche Pfandrecht auf Simon de Heflyng (Großhöflein) 7). 1360 tritt der gleiche Thomas de Wycha vor dem Propst von Erlau den Mädchenanteil an seine Schwester Anna, Frau des Meisters Berend, ab 8). Der Sohn des Thomas, Johann von Wycha, verkauft schließlich den Besitz Lobi zusammen mit Bala (Wallern) und Chala 1394 9). Der Ort fiel nachher wieder an die ungarische Krone, die 1430 die königlichen Rechte von Lobloth sowie von Beled an Beled von Loos übertrug 10). Ist Lobi mit Michldorf identisch, erhielt die Abtei Heiligenkreuz den Ort erst nach 1430 oder es befand sich ein Teil des Ortes im Kleinadelsbesitz. 5. Weitere Wüstungen im Bereiche des Lackengebietes. Martenhofen (Mortunhaza): Csánki11) führt noch eine Urkunde aus dem Jahre 1351 bei Nagy 12) Mortunhaza an und sucht es bei Apetlon am Martentalsee. Obgleich es zweifel­haft ist, daß es sich bei Nagy um unser Martenhofen handelt, dürfte die Lagebezeichnung des letzteren doch richtig sein. Jedenfalls beziehen sich weitere Urkunden auf unser Marten­hofen. So verkauft 1405 Peter, der Sohn des Marchei de Morthonhaza seinen Besitz (zwei halbe Sessionen) in der Besitzung Morthonhaza an die Erben des Tamas Patly 13) und 1410 *) *) Ko 11, Das Stift Heiligenkreuz, S. 252. 2) Mühlhofer, ebenda. 3) Csánki, ebenda, III., S. 618. 4) Nagy, Sopromvárm. története, Sopron 1889, B. I., Nr. 43, S. 55. 5) ... in concambium terre sue Kechel, ebenda, S. 55. 6) Nagy, ebenda, I., Nr. 164, S. 209. 7) Nagy, I., Nr. 206, S. 291. 8) Nagy, I., Nr. 227, S. 330. 9) Nagy, I., Nr. 363, S. 519. 10) Nagy, I., Nr. 93, S. 160. n) Csánki, III., S. 620. 12) Nagy, I., S. 220. 13) Nagy, I., Nr. 396, S. 570.

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