Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)
IX. Nachträge - 82. Thea Oschinsky (Liverpool): Südtiroler Urkunden im Britischen Museum
542 Oschinsky, Perg. (36 b x 17 h). — S.: Add. Ch. 16314. In dorso: Reversale datum ab Andrea Chroph de Novacella super investituram vinee dicte Vorgart et agri dicti der Unteracker que alias spectabant ad curiam nostram in Auzzer Chranbittach. (Hd. des 15. Jahrhunderts.) Neuer Zinss 1 ster waiz und 1 ster roggen. (Hd. des 15. Jahrhunderts.) Pro secunda parte urbarii [...] Neustift. (Hd. des 15. Jahrhunderts.) Vgl. Santifaller, Calend. Wintheri S. 519, 520 (Instrukzion Linder). Ich Andre Krapf gesessen zu der Newenstift bekenn offenlich mit dem brief fur mich und all mein erben, das ich recht und redleich nach hinlazrecht des erwirdigen capitels zw Brichsen, meiner lieben gnädigen herrn, zu ewigen pawrechten nach abgang weilend Dorotheen, meiner lieben müter, umb ainen benanten zins ewiclich enpfangen und bestanden han: nämlich die paurecht ires Weingarten, genant der Vorgart mitsampt dem acker unter dem Weg, gelegen zu Auzzer Chränbittach, des ain jauch ist und ist genant der Unteracker oder Pflantzacker, die emalen in iren hof zu Auzzerchränwittach gehört haben, und stosset an den benanten Weingarten von nidergang der sunnen und an den torkel der gemain weg, als man zu der Newnstift get; von aufgang der sunnen ob dem torkel ir weingart, genant der Hengst, den in Caspar in Velden verzinset und darnach des Augustins von Elfes weingart, den er in die Newnstift verzinset; von mittemtag ir Ober Acker in Kränbittach, den yetz der Wilde pawet in denselben Auzzernchranbithof und dazwischen ist der gemain weg, da man gan Ráss get und stosset an den benanten Pflantzacker oben der bemelte gemain weg, do man in die Newstift get, unten daran der Cholberacker und ain rain genant der Tüschel; neben gen mittemtag ain gemainer weg des Chränbithofs zu dem Wasser; und gan mitternacht ain weingart genant der Kränwitter. Die obgenanten pawrecht des Weingarten und ackers besucht und unbesucht, erpawen und unerpawTen mit infart und mit auzfart und mit allen den eren, rechten, zugehörungen und bessrungen, die yezunt daran sein oder noch künfticleich beschehen mügén, nicht davon auzzenemen, die haben meine obgenanten gnädige herrn zu ewigen pawrechten hingelihen und gelassen, was sy daran hinleihen und lassen sullen oder mügén mir und meinen erben mit einem solichem geding, daz ich mein erben oder w7er nach mir die bemelten paurecht innhat, meinen egenanten herrn und allen iren nachkomen jarlich und ewflgclich an allen abgang dienen und zinsen sullen von den benanten paurechten im wymmäd, nämlich halben wTein zu geleichem tail von dem gantzen Weingarten, der darinn wachset und got darin geit, Vorbehalten in den zehenten darauz die zwraitail ir und den dritten tail ir pfarer von Brichsen ist. Und so wir wymmen wellen, so sullen wir unser benanten herrn zwen tag vor lassen wissen, damit sy ire poten dabey haben mügén, den sullen wir mit speyse und tranck erberclich fürsehen als gewönlich und sitlich ist, und ee ir poten chumen, sullen wir in dhainerlay weyse wymmen. Doch haben sy von besundern gnaden vergunnet ain klaines tziphel in dem Weingarten, daz an den torkel stosset, als sy das auzgemarckstainet haben, daz wir daz zu acker oder wayd haben mügén und nicht davon besunder zinsen aislang und ünser obgenante herrn beduncket, dacz wir den egemelten Weingarten in gutem paw halten; aber bedeucht sy daz wir denselben wreingarten nicht in gutem paw hielten, so sullen wdr es belegen mit reben und davon halben wein geben als von dem gantzen Weingarten. Desgleichen ist mir vergunnet, daz ich ein tail in dem obgenanten acker zu Weingarten halten mag und davon nicht halben wein geben; bedeucht aber daz capitel, dasz zu künftigen Zeiten wir den obgenanten iren wreingarten nicht in gutem paw hielten, so dann sullen wir den auz- schlahen und wider zu acker halten als vor. Auch sulle wir daz leytel oben in demselben wreingarten also arbaiten ungeverlich, damit es in gutem paw bleibe und im ertreich nicht abgee. Auch sullen wir geben dem bemelten capitel zu rechter zinszeit für zwaytail zehenten von dem obgeschriben acker ain ster waitz und ain ster roken und sullen auch in anderm wreg tün, waz getrew pawleüt iren herrn schuldig und pflichtig sein ze tun. Auch sullen wir die benanten pawrecht in gutem paw halten und die nicht verasaumen, versetzen, verkauften, verkümeren, von einander tailen, hinlassen, noch ichs davon entpfrömden an des benanten capitels wissen und willen. Und ob w7ir solicher artikel ainen oder mehr überfüren,