Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

VIII. Kunstgeschichte - 79. Walter Luger (Lambach): Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. (Mit 4 Tafeln.)

Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. 513 Der letzte Brief, den das Lambacher Klosterarchiv von Sandrart besitzt, stammt vom 23. Dezember 1672 x). Im Format ist er halb so groß wie die übrigen Briefe. Er beinhaltet hauptsächlich Neujahrswünsche an den Abt. In Lambach befinden sich jedoch noch zwei Altarbilder in der Stiftskirche und eines in der Friedhofkirche. Über diese drei Bilder sind leider keine schriftlichen Quellen im Klosterarchiv vorhanden. Die beiden Altarbilder in der Klosterkirche, die kleiner als die übrigen sieben sind und die Kreuzigung Christi und das Pfingstfest darstellen, sind erst nach 1675 von Sandrart für Lambach gemalt worden2). Das ehemalige Hochaltarbild zur einstigen Pfarrkirche — sie wurde unter Abt Amand Schickmayr (1746 bis 1794) Friedhof­kirche, während die Stiftskirche Pfarrkirche wurde — ist 1678 fertiggestellt 3). Dieses Bild zeigt in Komposition und Farbe deutlich den Einfluß Rubens. Heute befindet sich das große Altarbild an der Nordwand der Kirche, nachdem der Barockaltar einem neugotischen weichen mußte. Die vorher behandelten Briefe geben uns die Datierungsmöglichkeit für die Altarbilder in Lambach, sie geben uns aber auch Einblick in die Vielseitigkeit Sandrarts und die Vertraulichkeit des Briefwechsels zwischen Künstler und Auftraggeber. Sie zeugen aber auch vom Kunstsinn und von der Großzügigkeit des Abtes Plazidus Hieber von Greifenfels, der in ein und demselben Jahr mit dem Neubau der Kirche begonnen hat und Joachim von Sandrart den Auftrag für die Altarbilder gegeben hat, die das bedeutendste Werk Sandrarts in Österreich werden sollten. x) Original im Lambacher Klosterarchiv. 2) Sandrarts Academie. Hrsg, von Peltzer. S. 384, Anm. 74 und 86. 3) Dehio G., Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Österreich. Band Oberösterreich, bearbeitet von E. Hainisch, Wien—Berlin 1935, Abschnitt über die Friedhofskirche in Lambach. 33 Festschrift, II. Band.

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