Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

VIII. Kunstgeschichte - 79. Walter Luger (Lambach): Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. (Mit 4 Tafeln.)

Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. 505 genomen volgt nachmahls hiebey. Durch zwehe Fadenn der lengere ist die Hoche der kleinere die Breite desß Altar Plats, ob nun solches just ist oder wieviel der mangl sey bit durch zwehe andere Fadenn durch brenger dieses (welches mein bawknecht gewest vnd zu lambach seine Eltern besuchet alstan widrumb an hero will) großgunstig mit senden wir nicht wehniger bericht waß für Ein Subjecto indaß kleine obere Stück gemahlt soll werden alstann verichte solches alles fleisig. Sunsten bit vmb verzeigung daß verwichen Hirbst von meinem Schweitzer S. H. Vieh den vertrostn Stihr nicht gesant x). Es seint unß die große Schiffe, welche daß Saltz geführt wohmit selbn sendn woll, ein bahr Stunt zu Ingolstat zu balt hinab gefahren wodurch es verseimt Worten vnd weilen selbige balt widrumb erwahrt werten fleisiger darauf Achtung lassen geben, alstan von dieser schonen milchreiche Aa*t waß mit senden. Doch mit ain solcher Zigl welche von Natur sehr schon zu sehen alda außgebracht werden möge, zu welchen Ent nicht ohngerade wehrr daß ich mitels kein Stihr zu den kühn beykehme. Schlißlich mich in Ewer Genaden Gunsten gehorsamb befehle vnd verbleibe Ewer Genaden gehorsamer Diener Joachimo von Sandrart auf Stochaw vnd Rolhoufen Auf einem beigefügten Zettel gibt Sandrart noch die genaue Anschrift: „auf Regenspurg Geysen Feit Stochaw“ an, damit die Briefe verläßlich ankämen. Ein Spaltzettel im Klosterarchiv vom 27. September 1656 berichtet über die Bezahlung des Hochaltarbildes 1 2). Danach war noch ein Restbetrag von 300 Gulden ausständig. Vom 15. Dezember 1656 besitzt das Klosterarchiv einen Brief3), der über das Rosenkranzaltarblatt handelt. Außerdem berichtet Sandrart über ein Kruzifix des Augsburger Bildhauers Pettel, von dem er meint, daß es für den Lambacher Altar wunderbar geeignet wäre. Der Brief lautet: Hochwurdiger Genediger Herr. Neben Vorstellung meines alle Zeit bereit wüligste Dienst hab deroselben mein glückliche Reiß vnd ankunft zu hauß berichten sollen, benebens daß meine liebe Hauß Fraw der ich daß zu gesante Present eingehendigt. sich deß wegen gegen Iwer Hochw. vnd Genaden sehr Freundtlich bedanket vnd zur gedechtnuß bewahren will. Betreffent deß Altar Plat von vnser lieben Fra wen Rosarie ist bereit volgens mit gebracht maaß angefangen, vnd soll dahmit in großem Fleiß vnd Studio Führt gesetzt werten. Daß werck viel herrlicher alß die Visirung gedahn so wird St. Dominico nicht von hinden wie indem Model, sundern schon Anmidig von vorne, angesehen auch sunst alles mit mehrer Zihrlichkeit dergestalt Exprimirt daß dieselbe desens im völliges Confundo werten haben wir dan auch daß Gotteshauß Lambach mit sein zihrlich new gebewer besunderlich die newerbaute kirche sich sehr wohl darin erzeiget, wohl mochte ich aber wünschen, daß wehn eygenlich dieses werck aufgericht werten solle mit wehnich berichtet wurde dahmit in anderen wercken besunderlich jehnige zum Dom zu Salzburg darnach konnte richten vnd mit der Zeit zu halten. Ein Extreortinarie Schon groß Crucifix gantz von Silber gegoßen wohl verschiten an ain Schon Postament vnd kreits von Schwartz Holtz angeheft. In ain Schoneß kistln daß Inwendig mit rodem Samet gefietert, mit 2 Flügeln aufgemacht wird. Hab Ich zur Hant bekomen ist geygehende maaß leng 4) von dem weyt berimbten büthauer Pettel von Augspurg5). Inuentirt ist also kunstreich daß ich kein besserers alß dieses gesehen vnd meines Vhrteils wohl wert auf dem schonen altar zu Lambach zu Stehen wehn der gewesene bilthawer Pettel eines von wax hette Poshiren sollen, würde von der gleichen groß 100 Reistald bégért haben, so kubt dieses zusammen mit ornament alles aingeben. Die wegende 11 marck 8 lot Silber ad 20 (NB gute), einmarck augspurger gewicht gerechnet, sich also per 230 fl belauffet. kombt von den Hern Grafen Fugger von Augspurg. ist Iwer Hochwurden 1) Sandrart war auch Landwirt. Vgl. dazu Striedinger, Sandrart in Altbayern, Forschungen zur Kultur- und Literaturgeschichte Bayerns. Hrsg, von Rheinhartstöttner III, 1895. 2) Original im Lambacher Klosterarchiv. 3) Original im Lambacher Klosterarchiv. 4) Die Länge, eine Schnur von 60 cm Länge ist heute noch im Brief vorhanden. 5) Petel Georg, Bildschnitzer und Bossierer in Augsburg, geb. zwischen 1590 und 1593 in Weilheim, gest. Ende 1633 oder anfangs 1634, war mit Sandrart bekannt. Mit Vorliebe hat er den gekreuzigten Christus dargestellt. Vgl. dazu Thieme, Lexikon, Bd. 26. — Sandrarts Academie. Hrsg, von Peltzer. S. 223—224.

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