Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

IV. Quellen und Quellenkunde - 26. Willibrord Neumüller und Kurt Holter (Kremsmünster): Kremsmünsterer Briefe aus der Zeit des Interregnums

420 Neumüller—Holter, Drei rechteckige, etwas unregelmäßig beschnittene Fragmente, je zirka 45 x 35 mm. Die beiden linken aneinander anschließend, gegen das rechte fehlt ein dreieckförmiges Stück, dessen Inhalt jedoch meist ergänzbar ist. Neun Zeilen vorhanden, der Schluß fehlt, da unten, ebenso wie am rechten Rand, beschnitten. Aus CC 332, f. 58/63, 39, 99/104. Die Schrift der der Rückseite des vorausgehenden Briefes sehr nahestehend, wenn nicht identisch. Rückseite Federproben aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Illustri ac magnifico d[omino] suo F(riderico) duci Aust[rie, Styrie] et domino Carniole O. [de] Ahliden debitum et fidele famulatum. Sereniftati vestre .........]igtare presumo, quod omnem substanciam meam filiis meis divisi et quod mihi residuu[m erat] in infirmitate gravi et d[iu]tina constitutus consumpsi. Ad hec quoque domini de Trun[a et domi]ni de Chappella plus quam ad [. . . ] talenta me dampnificaverunt. Nunc igitur in pauper [täte] magna et egentia constitu[tus] ad excellentissimam liberalitatem vestram confugio supp[liciter] exorando, quatinus intuitu D[ei] sicut mihi polliciti estis pro recompensacione molendi­norum] meorum apud Wels aliquam gráciám et consolacionem mihi misero dignemini exhibe[re in] civitate Wels aut ubicumque magnificencie vestre placuerit me ull[...]que illud intuendo quod a princi ... 7. Abt Heinrich (?) von Kremsmünster bittet den Pfarrer H. von Pettenbach über Be­schwerde der Brüder Dietmar und Chunrad von Steinfelden, daß er sie wegen der Zehnten, die sie von Kremsmünster zu Pachtrecht besäßen, von den Sakramenten ausschließe, ihnen diese nicht vorzuenthalten; er werde ihm bezüglich ihrer volle Gerechtigkeit nicht verweigern. Um 1240 (l).1) Falz, 32x 102 mm, fünf Zeilen. Links etwas beschnitten. Aus CC 332, f. 52/53. Die Schrift ist der der beiden vorausgehenden Stücke sehr ähnlich. Vielleicht die gleiche Hand. Rückseite: Domino H. plebano de Petenbache, in zwei Zeilen, quer geschrieben. [...] dei gratia abbas in Chremsmunster domino H. plebano de Petenbach salutem cum fraterna in domino [karitate]. Conquesti sunt nobis Dietmarus et Chunr(adus) germani fratres de Steinvelde, quod super deci[mas] quas a nobis censuali iure possederunt, eos sine debito gravetis, negando iis divina sacramenta[. . .]. Super quo rogamus, quatinus intuitu nostri divina ipsis que necessaria3 * * * 7) fuerint non recusetis. [... ] vobis enim de ipsis plenam iusticiam facere nullatenus recusamus. 8. Abt Ortolf von Garsten teilt Dietmar, Propst von St. Florian und Archidiaconus Laurea- censis mit, er könne am nächsten Mittwoch nicht zur Entscheidung der vom Bischof übertragenen Angelegenheit kommen, wie dies der Abt (von Kremsmünster'1.) gefordert habe. Er schlägt den Freitag nach Mariä Geburt vor, wofür Dietmar die Ladung der Parteien nach Kematen vor­nehmen solle. Vermutlich Ende August 1244 2). 1) Da der Name des Abtes fehlt und da die anderen Namen eine sichere Zeitbestimmung nicht ermöglichen, bleibt nur die Schrift, die sehr ähnlich der der vorausgehenden Stücke ist, als Datierungsmerkmal. Abt Heinrich von Piaién ist am 3. April 1247 gestorben, später wird das Schreiben kaum sein. Der Pfarrer H. von Pettenbach ist sonst unbekannt, aber keineswegs mit dem Archidiakon Heinrich von Petenbach zu verwechseln, der von 1189—1220, zuletzt als Pfarrer von Wartberg, in Urkunden genannt wird. Vgl. UBK. 47, 52, 57 und OÖUB., 2. Bd., S. 471, 472, 622—24, 626. Vgl. L. H. Krick. Das ehern. Domstift Passau etc., Passau 1922, S. 20. — Steinfelden liegt am Ausgang des Steinbachtales gegen die Alm in der Pfarre Pettenbach, vgl. auch UBK. 18, S. 28 vom Jahre 992/3 und Schiff mann, Oö. Urbare II, 120, 132 f., 193, 201, 276 f., 353 f. 2) Wenn man von der Angabe, Freitag nach Mariä Geburt, ausgeht, bieten sich die Jahre 1244 und 1250 an, in denen der 8. September ein Donnerstag war. Es hat den Anschein, daß es bei der zu verhandelnden Angelegenheit um den Weißkirchner Streit ging, über den ab 1249 eine Anzahl von Urkunden in Kremsmünster vorhanden sind (UBK. 72, 75, 84, 91, 93, 97). 1249 werden als bisherige Bevollmächtigte der Archidiaconus Laureacensis und der Dekan in Enns genannt. Die Ersetzung des Gars tener Abtes durch den letzteren erklärt sich zwanglos aus dessen Abwesenheit seit 1246, als er mit einer Ständedeputation an den Kaiserhof ging (vgl. V. Melzer, Zur älteren Geschichte der Benediktinerabtei Garsten, Archiv für die Geschichte der Diözese 7. a) Lesung fraglich.

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