Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
II. Paläographie und Diplomatik - 16. Gebhard Rath (Wien): Studien zur Gründungsgeschichte der Cisterce Wilhering und ihrer rechtlichen Stellung zu ihren Gründern und dem Hochstift Bamberg
263 Studien zur Gründungsgeschichte der Cisterce Wilhering und ihrer rechtlichen Stellung zu den Gründern und dem Hochstifte Bamberg. Von Gebhard Rath (Wien). Der chronologischen Überlieferung nach ist die im hochstiftlich-bambergischen Eigenkloster Prüfening bei Regensburg am 25. September 1154 ausgestellte und noch im Originale vorliegende Urkunde Bischof Eberhards II. von Bamberg 1) (1146—1172) zwar nicht die älteste des Klosterarchivs zu Wilhering, aber doch eine der wertvollsten und wichtigsten. Sie ist geradezu das Fundament, auf dem die Untersuchungen über die Gründung und ersten Schicksale der Cisterce aufbauen müssen. Hirsch 2) war es möglich, als Verfasser und Schreiber der nach bambergischem Kanzleidiktat abgefaßten Urkunde einen Mönch des bambergischen Eigenklosters Prüfening, in dem sich Bischof Eberhard von Bamberg gerade aufhielt, sicherzustellen. Fichtenaus 3) Forschungen erbrachten auch seinen Namen. Es ist der Mönch Wolfger von Prüfening. Die Echtheit des Stückes ist auf Grund der eingehenden Untersuchungen von Trinks 4 5), Hirsch 6) und Fichtenau 6) in jeder Hinsicht erwiesen. Bischof Eberhard von Bamberg berichtet in seiner Urkunde über die Gründung und ersten Schicksale der Cisterce Wilhering: v v 1. Duo filii Odalrici de Willeheringen, quorum alter Odalricus, alter Cholo vocabatur, premoniti a parentibus monasterium Cisterciensis ordinis in fundo hereditatis suq constituentes, ad sustentationem deo ibi servientium partem prediorum suorum illuc contulerunt. 2. Odalricus vero pergens in expeditionem Jerosolimitanam omnem portionem hereditatis sue, nostrq Babenbergensi ecclesiq, si forte non rediret, in proprietatem dedit. 3. Eo vero in expeditione defuncto Cholo frater eius non longe postea correptus infirmitate ipsam abbatiam Willeheringen et omnes pertinentias eius Babenbergensis ecetesig ditioni et gubernationi contradidit. x) Orig. Pg. Archiv Wilhering. — Kopialbuch A, S. 9. Archiv Wilhering. — Kurz Franz, Beiträge zur Geschichte des Landes Österreich ob der Enns IY, 530. — Stülz Jodok, Geschichte des Zisterzienserklosters Wilhering 467 Nr. 4. — Urkundenbuch des Landes ob der Enns (UBoE.) 2, Nr. 180, 269. — Grilln- berger Otto, Die Anfänge des Zisterzienserstiftes Wilhering in Österreich ob der Enns, Studien und Mitteilungen aus dem Benediktiner- und dem Zisterzienser-Orden XXIV (1903), 303. — Vgl. Handel-Mazzetti Viktor, Die Schönhering-Blankenberg und Witigo de Blankenberg-Rosenberg, Jahresbericht des Museums Francisco-Carolinum, Linz 1912 (70), 101, nennt sie Stiftungsurkunde. — Hirsch Hans, Studien über die Vogtei-Urkunden süddeutsch-österreichischer Zisterzienserldöster. Archivalische Zeitschrift, 3. Folge, 4. Bd., 1928,4 f. — Trinks Erich, Die Gründungsurkunde des Zisterzienserklosters Wilhering. Jahrbuch des oberösterreichischen Musealvereines, Bd. 82 (1928), 89, Anmerkung 33, nennt sie „1154 minus“ im Gegensatz zu UBoE. 2, Nr. 182, 272. 2) Hirsch, Vogteiurkünden 5, Anmerkung 21 und 23. 3) Fichtenau Heinz, Wolfger von Prüfening. Mitteilungen des österreichischen Institutes für Geschichtsforschung 51 (1937), S. 338. 4) Trinks, Gründungsurkunden 89 ff. — Vgl. auch Fichtenau, Wolfger 338 f. 5) Hirsch, Vogteiurkunden 4 f. ®) Fichtenau, Wolfger 338 f.