Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
I. Archiv-Wissenschaften - 11. Hermann Wiessner (Klagenfurt): Das Graf Dietrichsteinsche Fideikommißarchiv
Das Graf Dietrichsteinsche Fideikomniißarchiv. 187 1537 Jänner 16. Hollenburg. Franz Leininger Siegmunds von Dietrichsteins Testamentarius und dessen Kinder Gerhab verleiht dem Hans Mötnitzer Huben zu Pobrisach, Porns- dorf, Tambsdorf, Lantzendorf, Neytzendorf, Wiertschach, Lind, Gamplitsch, Gustendorf, Gurnitz, Zell, Hollerspach, Winklern, Tultz, Rehendorf, Haberditz, Krabaten, Nadelich, Rain, Pirkh, Teltschach, Hintendorf, Purchach, Robatschach, Temnig und Hollenburg 1). 1570 September 8. Siegmund von Dietrichstein belehnt den Adam Schnelko mit dem Hammerwerk am Feistritzbach 2). 1590 Jänner 22. Graz. Erzherzog Karl verleiht dem Siegmund Khevenhüller eine Hube zu Waidmannsdorf, eine Hube zu St. Ruprecht und eine halbe Hube zu Stallhofen3). 1606 Mai 22. Bartime und Paul von Dietrichstein verkaufen an Ludwig und Anton de la Grotta ihre freieigene Herrschaft Finkenstein, die nach dem Tode ihres Bruders Georg ihrem Bruder Hans Heinrich von den von der Landschaft verordneten Kommissaren käuflich eingeräumt und nach dessen Tode erblich auf sie gelangt, um 44.000 fl. als freies Erbeigen 4). 1637 Juli 13. Wien. Kaiser Ferdinand III. verkauft dem Siegmund Ludwig Grafen von Dietrichstein Herrschaft und Schloß Hollenburg, nachdem bereits Kaiser Ferdinand III. die genannte Herrschaft demselben käuflich überlassen und er mit einer Kaufrechtsverschreibung dato Georgi 1636 versehen worden, mit allem Zubehör darunter Bergwerk, Fron und Wechsel, Münzbefreiung und Blutgericht, wie sie vom Kaiser Maximilian begnadet worden 5). 1639 Dezember 14. Wien. Kaiser Ferdinand III. verkauft dem Siegmund Ludwig Grafen von Dietrichstein die wegen „crimen laesae majestatis seu perduellonis“ angefallenen Khevenhillerschen Herrschaften Landskron und Velden 6). So weit die für die Geschichte der Dietrichsteinschen Herrschaften in Kärnten wichtigsten Urkunden. Trotz der großen Einbußen zählt das Dietrichsteinsche Fideikomniißarchiv 1155 handschriftliche Bücher, die nach Herrschaften geordnet sind. Die Herrschaft Hollenburg umfaßt die Nummer von 1 bis 678. Die ältesten darunter sind Kopialbücher aus der Zeit Siegmunds (1480—1533), die um 1520 einsetzen, Urbarien der Herrschaft Hollenburg aus der Zeit von 1451 bis 1595, ein Sammelband mit Korrespondenzen aus dem 16. Jahrhundert, ein Archivkatalog des Schlosses Hollenburg aus dem Jahre 1641, zwei Archivregister aus den Jahren 1660 und 1672, Verhörsprotokolle von 1556 bis 1644, Gerichtsprotokolle allerdings mit zeitlichen Lücken von 1657 bis 1793, eine geschlossene Reihe von Ehrungsprotokollen von 1586 bis 1848, Steuer- und Rüstgeldregister aus dem 17. Jahrhundert, Stifturbare aus demselben Jahrhundert, Stift- und Kontributionsregister geschlossen von 1631 bis 1769, Stiftregister der verschiedenen Hollenburger Ämter, wie des Schloßamtes, des Weizelsdorfer-, des Kirschenteuer-, des Zeller- und Bleibergeramtes aus der Zeit von 1768 bis 1820, Bezirkssteuerbücher und Bezirksstiftregister, Kastenurbare, Urbare über das Zins- und Zehentgetreid, Kleinrechtsregister, Robotregister, Tazbücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Pflegsrechnungen der Pfleger: Christof Steger, Christof Plumpf, Friedrich Lilg, Hans Christof von Zenegg, Max Storchmann, Siegmund Storchmann, Johann Georg von Aineth, Gottlieb Pirkenau, Heinrich Jarnigg, Ferdinand von Blumenfeld, Friedrich Edelmann, Josef von Blumenfeld, Karl Isopp, Johann Neuhold aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dazu Amtsrechnungen der Dietrichsteinschen Güterdirektion, Registraturprotokolle und Brückenmautrechnungen aus der gleichen Zeit. ') DA. Nr. 100. *) DA. Nr. 124. 3) DA. Nr. 136. 4) DA. Nr. 148. 5) DA. Nr. 164. «) DA. Nr. 164c.