Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
I. Archiv-Wissenschaften - 11. Hermann Wiessner (Klagenfurt): Das Graf Dietrichsteinsche Fideikommißarchiv
Das Graf Dietrichsteinsche Fideikommißarchiv. 185 Der Schiedsspruch wurde 1363 durch Herzog Rudolf bestätigt * 2 3 4). Nach dem Aussterben der Finkensteiner in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts fiel das Schloß an die Kärntner Herzoge und diente wiederholt als Pfandobjekt, so unter anderem an Haug von Tybein, Burggrafen zu Lienz 2). Unter Friedrich III. wurde Finkenstein pflegweise vergeben und Maximilian übergab es 1508 an Siegismund von Dietrichstein zunächst pflegweise, 1509 auf Lebenszeit und am 8. Juli 1514 wurde es zugleich mit Hollenburg zu einer Freiherrschaft erhoben 3). Das Gebiet der Herrschaft Landskron-Velden gehörte ebenso wie das nördliche Hollenburg ursprünglich zur Grafschaft Friesach. Schloß Landskron entstand erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Berg, auf dem sich später die Burg erhob, wurde 1351 vom Abt und Konvent von Ossiach dem Herzog Albrecht II. von Österreich verkauft und um diese Zeit die Burg errichtet 4). In der Folgezeit kam Landskron in den Pfandbesitz der Grafen von Cilli 5). 1398 am 5. Februar wird das Landgericht Landskron zum ersten Male urkundlich genannt 6). Die Burg scheint dann wieder in den Besitz der Habsburger gekommen zu sein, da sich auf Landskron herzogliche Pfleger nachweisen lassen 7). 1436 bis 1447 war es im Pfandbesitz der Stubenberger und kam dann wieder an die Habsburger. 1511 gelangte Landskron in den Besitz des St. Georgsordens zu Millstatt, dem es seit 1494 pflegweise überlassen ward8). Nach dem Tode des Hochmeisters Wolfgang Prantner verkaufte Ferdinand I. im Jahre 1542 das kurz vorher abgebrannte Schloß samt Landgericht seinem Rat und Landeshauptmann Christoph Khevenhüller 9) und trennte davon das Landgericht Velden ab. 1632 wurden beide Herrschaften, Landskron und Velden, eingezogen, da sich Hans Khevenhüller als Protestant außer Landes begeben und den Schweden angeschlossen hatte 10 *). 1639 verkaufte Ferdinand III. beide Herrschaften samt Gericht und Blutbann als freies Eigen an Siegmund Ludwig Dietrichstein n). Nun zum Archiv selbst. Zunächst soll von den 203 Urkunden gesprochen werden. Wir können uns natürlich im knappen Rahmen dieser Ausführungen nur mit den wichtigsten Stücken beschäftigen, manche von ihnen, die für die Besitzgeschichte wichtig sind, wurden bereits im vorhergehenden erwähnt. Die älteste Urkunde des Dietrichsteiner Archivs gehört dem Jahre 1287 zu, reicht also in die Zeit zurück, da Hollenburg noch im Besitz der Pettauer war. Sie bezieht sich auch nicht auf die Hollenburg selbst, sondern auf die Herren von Pettau, die sich die Vogtei über das Stift Oberburg angemaßt hatten 12). An weiteren bedeutungsvolleren Stücken seien hervorgehoben: 1300 Mai 2. Graf Ulrich von Pfannberg löst das Haus zu Ramenstayn im Lavanttal von Rudolf von Vonsdorf um 200 Mark Silber 13). 1341 Februar 17. urkunden zu Salzburg Bischof Rudmar zu Seccau, Heinrich von Lampoting und Chunrat von Chuchel als Schiedsleute in dem Streite zwischen Erzbischof Heinrich von Salzburg und den Brüdern Rudel, Othart, Hainrich und Purchhart von Rabenstein im Lavanttal 14). b KLA. Nr. C 594. 2) KLA. Nr. C 2472. 3) DA. Nr. 89. 4) Erläuterungen zum historischen Atlas der Alpenländer. Kärnten, S. 102ff. 5) KLA. Nr. C 2129. 6) KLA. Nr. C 2059. 7) KLA. Nr. C 2439. 8) KLA. Millst. 2, 16. Fol., 72 und 82. 9) Erläuterungen, a. a. O. S. 103. 10) Czerwenka, Die Khevenhüller. S. 474. u) Erläuterungen, a. a. O. S. 104. 12) DA. Nr. 1. 13) DA. Nr. 2. 14) DA. Nr. 4.