Oskar Regele: Ergänzungsband 1. Der österreichische Hofkriegsrat 1556-1848 (1949)

IV. Das Werk des österreichischen Hofkriegsrates 1556-1848

72 Österreich zur Großmacht wurde und sich als solche gegen alle Angreifer behauptete; in der Österreich seine größte territoriale Ausdehnung gewann, im Jahre 1815 seinen macht­politischen Höhepunkt erreichte; in der es einem Prinzen Eugen, Kaunitz und Metternich dank der Waffenerfolge möglich war, Europas Geschicke zu lenken, in Österreich einzigartige Kulturblüten herbeizuführen, Wien für die Diplomatie zu einer Schule der Welt zu gestalten. Österreichs Heere, soweit sie der Hofkriegsrat aufstellte, ausrüstete und ausbildete, haben sich mit den gewaltigsten Heeren ihrer Zeit — Frankreich, Türkei, Preußen, Spanien, Schweden, Rußland — messen müssen und sie haben über die größten Feldherren Siege errungen, auch überTurenne, über Friedrich II. von Preußen und über Napoleon I. Erfolge und Mißerfolge lassen sich von 1556 bis 1848 auf vier Hauptwurzeln zurück­führen : auf den Kaiser, die Feldherren, die Hofkammer und den Hofkriegsrat. Der Hof­kriegsrat war nur eine der Wurzeln, wenn auch eine der maßgebendsten; sein Anteil am Geschehen ist nicht immer leicht feststellbar, er hat nichts allein bewirkt und nichts allein verschuldet. Ist aber die Gesamtbilanz eine positive, dann ergibt sich von selbst ein über­ragender Anteil des Hofkriegsrates. 72

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