Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Domonkos Illényi, Die Gestaltung der Position der sorbischen Nationalität in der DDR (1945-1975)

76 Niederlausitz löste sich auf, anstatt des Bundes funktionierten die Kretsorganisationen in Cottbus, Hoyerswerda und Weisswasser weiter, während die Kreisorganisationen in Oberlausitz, in Bautzen, Kamenz und Niesky ihre Tätigkeit fortsetzen konnten Eine grössere Änderung als die Verwaltungsreform zeitigte die permanente Industrialisierung der Bezirke Dresden und Cottbus. Die Zentren der Grundstoffindustrie befanden sich in der BRD, so wurde als eine dringende Aufgabe der Ausbau der fehlenden Kettenglieder der Industrie, z. b. Eisenhüttenstadt, Lauchhammer, Schwarze Pumpe usw. angesehen. Es gab nun auch unter den Sorben den Typ des im Dorf wohnenden, aber tätig zu seinem Arbeitsplatz pendelnden Arbeiters. Die beschleunigte Intelligenzausbildung und die schnelle Industrialisierung führten zu einer spürbaren Gesellschaftsmobilisation, die die Stratifikationsstruktur des Dorfes umformte, auch die sorbische Familie offener machte. Der dritte Bundeskongress (1955) würdigte die Ergebnisse in der DDR, erkannte an, dass sich das Dorfleben grundlegend veränderte, dass sich der Rundfunk in Görlitz wöchentlich schon mit einer Sendung von 70 Minuten meldete und man das Programm der Pflege der sorbischen Sprache wachhielt. Der Präsident der Domowina wies aber auch darauf hin, dass die sorbischen Organisationen die versprochene Unterstützung von der staatlichen Bürokratie nicht erhielten, sogar die Initiativen der Domowina ­Mitglieder gehemmt und gehindert würden. Dasselbe betonte man auch im nächsten Kongress, 1957, und shlug vor: das Lebenswerk von Jakub Bart-Cisinskis, des sorbischen Dichters des vorigen Jahrhunderts zu erforschen und zu veröffentlichen. Nach der Domowina war er die Persönlichkeit, der sich für die humanistischen Ideale und für die Zukunft der Sorben einsetzte, der sich für die ewige Freundschaft des deutschen und des sorbischen Volkes !>egeisterte. 1 ^ Die Domowina l>etrachtete über die Entdeckung der sorbischen Werte der Vergangenkeit hinaus die Aufhebung der Unterschiede zwischen der deutschen und sorbischen Bevölkerung, die hauptsächlich aus der abweichenden geschichtlichen Entwicklung hergeleitet werden könnten, als praktische Frage. Im Zeichen der gegenseitiger Verständigung hat man am 12.4. 1957 die Praxis der Prinzipien und die Realisierung der Anordnung "Erhaltung der Rechte der sorbischen Bevölkerung" untersucht. Dabei stellte es sich heraus, dass die in jedem März erfolgte Diskussion der Lösung der Nationalitätenfrage lediglich isolierte Fragen geprüft hatte, ohne sich auf alle Gebiete der gesellschaftlichen Realität zu beziehen. Infolge dessen kam es zu einer komplexen Analyse der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Unzulänglichkeiten nicht. Die Entscheidung wurde getroffen, dass die Sorbische Generalabteilung, die Domowina, die einheimischen Organe der Nationalen Front, die

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