Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Domonkos Illényi, Das deutsche "fin de siécle": Gesellschaftstheorievon Georg Simmel

103 uns erwünschter Betätigung leimt; sondern auch nach der hin, dass jede Verbesserung der Maschine und Erhöhung ihrer Geschwindigkeit den Arbeiter zu erhöhter Intensivierung seines Krafteinsatzes zwingt. Das ist eben der Grund, weshalb der Fortschritt der maschinellen Technik und die Verkürzung der Arbeitszeit so oft Hand in Hand gehen können und müssen: weil die verbesserte Maschinerie nicht nur die Naturkräfte sondern auch die Menschenkräfte in zusammengedrängterer, gleichsam porenloser Form in den Dienst unserer Zwecke stellt." Oder an anderer Stelle betont Simmel, dass die Summe der Wechselwirkungen die Gesellschaft selber sei, die durch Institutionen und Organe aus den Einzelnen eine organische Ganzheit schafft. "In diese Kategorie substanzgewordener Sozialfunktionen gehört das Geld. Die Funktion des Tausches, eine unmittelbare Wechselwirkung unter Individuen, ist mit ihm zu einem für sich bestehenden Gebilde kristallisiert.' 0 Die oben genannten Werke können auch heute wertvermittelnde Nachschlagewerke gelesen sein. b) In der zweiten Periode kommt Simmel unter die Wirkung des südwestdeutschen Kantianismus. In dieser Epoche reizt ihn die Analyse der gesellschaftlichen und kulturellen Formen, des Dualismus von Inhalt und Form. Produkt der Zeit ist die sogenannte Grosse Soziologie, die bis heutigentags ihre Aktualität bewahrte. c) In der dritten Periode war Simmel unter dem Einfluss von Henri Bergson mit der Lebensphilosophie beschäftigt. Die frühere Inhalt-Form-Problematik wird da zur Untersuchung der Trojka von Inhalt-Form-Leben erweitert, in der das Leben das die Ausdehnung der Kultur vorwärtstreibende dynamische Prinzip ist, als ein solches alles umspannendes bewegendes Element, von dem die strukturierte Kultur Impulse gewinnen kann. Der Rahmen dieses Lebens mag das kulturelle Medium, die Form, sein, in der sich die Kultur entfaltet, reproduziert und ihre obsolete Hülle zerreisst, wie die Hegeische Dialektik seiner Theorie. Die Werke dieser Epoche sind z. B. "Das Problem der historischen Zeit" (1916) und "Das Gebiet der Soziologie" (1917) usw. d) In dem vierten Zeitalter untersucht Simmel die Ursachen des Krieges, die Interessengegensätze, die die Erreignisse bestimmten, die Rolle des Mammonismus, wovon seine weiteren kulturkritischen Analysen herzuleiten sind. Aus der Verallgemeinerung seines Erlebnisstoff es erstellt er die Charakteristik der europäischen Kultur, bzw. die zu erwartende Veränderung des Charakters der Kultur sowie die radikale Umwälzung der Lebensweise schimmerten durch z.B. "Der Krieg und die geistigen Entscheidungen" 1917.

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