Az Egri Pedagógiai Főiskola Évkönyve. 1960. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; Tom. 6)

II. Tanulmányok a nyelv-, az irodalom- és a történettudományok köréből - Dr. Némedi Lajos: Bessenyei György és a német felvilágosodás

NÉMEDI LAJOS: BESSENYEI GYÖRGY UND DIE DEUTSCHE AUFKLÄRUNG Bessenyei György (1747—1811), der Begründer der modernen ungarischen Lite­ratur, der führende Philosoph und Kulturpolitiker der ungarischen Aufklärung, lebte und wirkte 17 Jahre lang in Wien (1765—1782). Seine Vorbilder in der Philo­sophie und in der Literatur waren die grossen Engländer und Franzosen. Von den deutschen Dichtern und Denkern erwähnt er nur Wieland, Cronegk, Geliert, Wolff und Pufendorf. Es wäre aber falsch, daraus etwa die Folgerung zu ziehen, die deutsche Aufklärung wäre ohne Einfluss auf den ungarischen Dichter geblieben. Besonders auf kulturpolitischem Gebiet bekam Bessenyei viele Anregungen in Wien, vor allem von den Wiener Anhängern Gottscheds. Der Aufsatz beschränkt sich wissentlich auf einige Grundprobleme: auf den Kampf für die Rechte der Muttersprache in Wissenschaft und Literatur, auf die deutschen und ungarischen Bemühungen um die Hebung der nationalen Kultur im Sinne der Aufklärung. In diesem engeren Problemenkreis werden die kultur­politische Konzeption Gottscheds und vor allem einige Schriften der Wiener Josef von Sonnenfels und Chr. G. Klemm mit den Flugschriften von Bessenyei György verglichen. — Am Schluss wird auf die gemein-europäische Tradition hingewiesen: die Franzosen übernehmen die Argumente im Kampfe für die Rechte der Mutter­sprache von den Italienern (Dante!), die deutschen von den Frazosen und die Un­garn meist von den Deutschen. Jedes Volk baut aber an dieser Argumentation weiter, auf Grund der gesellschaftlichen und geschichtlichen Verhältnisse, unter welchen der jeweilige nationale Kampf geführt wird. Das historische Schicksal und die sozialen und kulturellen Verhältnisse waren in Deutschland und in Ungai'n in den Jahrhunderten zwischen 1500 und 1800 wenn nicht gleich, so doch sehr ähnlich. Dies erklärt, dass die ungarischen Aufkläristen (also nicht nur Bessenyei György) sich im Weiterbau an der europäischen Kultur­tradition enger an die Deutschen anschlössen. Wien spielte hier lange Zeit eine Vermittlerrolle. (Der Aufsatz berührt auch das Problem des Josephinismus im weite­ren Sinne des Wortes.) — Némedi weist nach, dass die kulturpolitische Konzeption Bessenyeis trotz Annäherung an die europäische Tradition und trotz den deutschen Anregungen ihren ungarischen Charakter vollkommen bewahrt. 286

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