Az Egri Ho Si Minh Tanárképző Főiskola Tud. Közleményei. 1972. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 10)
abgeleitet" , also eine „höhere Stufe" der Erkenntnis. Sie dienen „in der theoretischen Arbeit wie im praktischen Verhalten als Leitfaden" [10]. Da Pädagogik eine den Menschen und über ihn die Praxis verändernde und gestaltende Wissenschaft ist, werden Prinzipien stets zu ihrem Bestand gehören und sind kein „pädagogischer Notbehelf" [11]. Sie müssen zwangsläufig in der Pädagogik eine größere Rolle spielen als in anderen Disziplinen, da sie das Wesentliche (also Gesetze) gewissermaßen praktikabel machen, in Normen pädagogischen Handelns kleiden, um das schöpferische pädagogische Handeln zu fördern. Wenn sich allgemein anerkannte pädagogische Regeln in der Praxis bewährt haben und wiederholt bewähren (natürlich nicht immer und unter allen Umständen), dann ist es möglich, von ihnen auf Gesetze zu schließen, endlich — nach ihrer Fundierung mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden — diese exakt zu formulieren. Verhältnis von Gesetzen und Merkmalen Karl Marx schreibt, daß alle Wissenschaft überflüssig wäre, ..wenn die Erscheinungsform und das Wesen unmittelbar zusammenfielen". Der Prozeß der wissenschaftlichen Erkenntnis ist als „Prozeß einer Überwindung dieses Widerspruchs zwischen Wesen und Erscheinung" zu sehen. einer Überwindung „in dem Sinne, daß die Erkenntnis hinter den Erscheinungen ihr Wesen enthüllen, das Wesentliche in den Erscheinungen begreifen, erfassen muß" [12]. Auch die Pädagogik als Wissenschaft hat von den pädagogischen Erscheinungen zu ihrem Wesen vorzudringen, um Gesetze und Gesetzmäßigkeiten formulieren zu können. Wenn darauf verwiesen wird, daß in der Pädagogik „jeder Fall anders", daß der pädagogische Prozeß je nach Umständen, Ort und Zeit verschieden ist, so kann das keinesfalls rechtfertigen, daß wir die pädagogischen Prozesse und Zusammenhänge nur erklären und mit Hilfe von Prinzipien und Leitlinien zu erfassen suchen. An einem Beispiel soll der Weg deutlich werden: Eine als Kollektiv bezeichnete Klasse von Schülern gibt Erklärungen zu politisch wichtigen Fragen einstimmig ab, ist bei gesellschaftlichen Einsätzen aktiv, verhält sich diszipliniert usw. Das ist „Erscheinung". Wir müssen in der Wissenschaft die „bloß erscheinende Bewegung auf die innere wirkliche Bewegung zurückführen". Wir fragen: Wie kommt es zu diesem vorbildlichen Verhalten? Entspricht es dem Wesen der Klasse? Gibt es zwischenmenschliche Beziehungen in der Klasse, die denen in unserer Gesellschaft entsprechen, oder hat der „Zusammenhalt" der Klasse andere Ursachen? Besteht Interessenübereinstimmung mit der sozialistischen Gesellschaft oder ist das äußerlich, auf den autoritären Führungsstil des Klassenleiters (oder einzelner Schüler, manchmal als „Aktiv" deklariert) zurückzuführen, „um nicht aufzufallen", um nur der Klasse ..keine Schande zu machen" (übringens ein notwendiges Entwicklungsstadium, nur nicht stehenbleiben darf man auf ihm)?