Az Egri Ho Si Minh Tanárképző Főiskola Tud. Közleményei. 1972. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 10)
Was sind Gesetze in der Wissenschaft? Unter einem Gesetz versteht man einen „objektiven, notwendigen, allgemeinen und damit wesentlichen Zusammenhang zwischen Dingen, Sachverhalten, Prozessen usw. der Natur, der Gesellschaft und des Denkens, der sich durch relative Beständigkeit auszeichnet und sich unter gleichen Bedingungen wiederholt". Wissenschaftliche Gesetze sind „gedankliche Widerspiegelungen objektiv wirkender Gesetze im Bewußtsein der Menschen" [4J. Diese Definition ist zunächst von allgemeiner Bedeutung. Nun wies Karl Marx darauf hin, daß beispielsweise der Physiker Naturprozesse entweder dort beobachtet, „wo sie in der prägnantesten Form und von störenden Einfülssen mindest getrübt erscheinen, oder, wo möglich, macht er Experimente unter Bedingungen, welche den reinen Vorgang des Prozesses sichern" [5]. Dagegen vollzieht sich der Prozeß des Erkennens von gesellschaftlichen Gesetzen unter komplizierten Bedingungen, weil die bewußte Tätigkeit der Menschen integrierendes und notwendiges Moment für die Wirkungsweise gesellschaftlicher Gesetze ist. Man kann also gesellschaftliche Gesetze nicht nur erforschen, theoretisch erläutern und passiv hinnehmen. Marxistisch-leninistische Gesellschaftswissenschaft aktiviert die subjektiven Faktoren für das Wirken gesellschaftlicher Gesetze. Gesellschaftliche Gesetze „existieren nicht vor und unabhängig von der gesellschaftlichen Tätigkeit. Sie selbst sind das Ergebnis dieser Tätigkeit, und da diese Tätigkeit historischen Charakter trägt, tragen die gesellschaftlichen Gesetze selbst historischen Charakter". Diese besondere Eigenschaft unterscheidet diese von Naturgesetzen, die vor und unabhängig von der menschlichen Tätigkeit existieren, mindert aber nicht ihren objektiven Charakter [6], Gesellschaftliche Gesetze sind qualitativ vielfältiger, formenreicher, sie müssen die Dialektik von objektiven und subjektiven Faktoren beachten. Das erschwert zweifellos ihre präzise Herausarbeitung. Zur Problematik der pädagogischen Gesetze Die Pädagogik ist eine Gesellschaftswissenschaft, somit gelten für ihre Gesetze prinzipiell die für gesellschaftliche Gesetze getroffenen Aussagen. Auch in der Pädagogik ist es notwendig, ausgehend von ihrem Gegenstand, die pädagogischen Gesetze und Gesetzmäßigkeiten explizite zu formulieren. Die Schwierigkeit besteht aber bereits darin, daß auch unter marxistisch-leninistischen Pädagogen über den Gegenstand der Pädagogik keineswegs einhellige Auffassungen bestehen. Die sozialistische Pädagogik wird noch mehr oder weniger als Theorie der Erziehung und Bildung der heranwachsenden Generation in der sozialistischen Gesellschaft angesehen. wenn das auch zunächst recht allgemein formuliert ist. Doch mehren sich die Stimmen, die im Unterschied zur ursprünglichen Wort4 49