Az Egri Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1968. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; : Nova series ; Tom. 6.)
BETRACHTUNGEN ZUM BOHR'SCHEN KORRESPONDENZPRINZIP Dr. Phil. HANS-DIETER PÖLTZ (Erfurt ,,Dr. Theodor Neubauer" Pädagogisches Institut) Die von dem bedeutenden Theoretiker Niels Bohr bei der Ausarbeitung der Grundlagen der Quantenmechanik gewonnene Erkenntnis, daß die Quantenmechanik nicht im Widerspruch zur Newtonschen Mechanik steht, sondern diese als Grenzfall einschließt, bezeichnet man als Bohr'sches Korrespondenzprinzip. Die konsequente Anwendung dieser Erkenntnis auf die ältere, von Bohr entwickelte Quantenmechanik führte Werner Heisenberg zur Aufstellung der Grundlagen der Quantenmechanik in der jetzt vorliegenden Form. In der Literatur wird das Korrespondenzprinzip folgendermaßen charakterisiert : „Korrespondenzprinzip: Für den klassischen Grenzfall (Makrophysik) soll die zu konstruierende Quantentheorie dieselben Aussagen liefern wie die betreffende klassische Theorie" [1], „Für die Eentwicklung der endgültigen Theorie (der Heisenbergschen Quantenmechanik — d. V.) stehen nach der bisherigen Darlegung zur Verfügung : 1. neugewonnene Erfahrungssätze der Quantentheorie, 2. statistische Gültigkeit einiger Formeln der klassischen Physik, 3. Korrespondenz zwischen klassischer Mechanik und Quantentheorie . . . Die Korrespondenz der beiden Theorien schließlich muß darin bestehen, daß die Quantenmechanik beim Übergang zur Betrachtung makroskopischer Systeme, bei denen die Planck'sche Konstante h als bedeutungslos klein angesehen werden kann, in die klassische Mechanik übergehen muß, damit sie den umfangreichen, in der bisherigen klassischen Mechanik zusammengefaßten Erfahrungstatsachen nicht zuwiderläuft" [2j. „Es (das Korrespondenzprinzip — d. V.) besagt, daß die Quantenvorgänge, die sich nicht durch die klassische Mechanik, sondern nur durch die Quantenmechanik beschreiben lassen, nicht etwa restlos andersartigen Gesetzen als der klassischen Mechanik genügen, sondern daß im Gegenteil die Quantenvorgänge analog, d. h. entsprechend (korrespondenzmäßig) wie die klassischen ablaufen" [3]. 387-