Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

Gedanken liber die Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie. 37 2. Die theoretische Kritik der Herrschaft über die Natúr wurde so radikal entwiekeit, dass die politische Praxis bloss als eine Form der Verfügungshandlung Platz bekommen kann, aber man hat damit die gesellschaftliche Praxis prinzipiell unter den positiven Alternativen auch ausgeschlossen. Als Durchbruch, als eine Diskontinuitát erhált Platz in diesem Zusammenhang die Revolution, aber nicht als radikale Umgestalterin der gesellschaftlichen Verháltnisse, sondern als Unterbrechung des Zivi­lisationsprozesses, die die alleinige Möglichkeit der poltischen Befreiung bietet. Die Anerkennung der Diskontinuitát ist nicht bezeichnend für alle linksgerichteten Richtungen. Nach Benjamin sind es etwa die Sozialdemokraten, als die einflussreichste Richtung der europáischen Linken, die in ihrer Zaghaftigkeit die Kontinuitát des gesellschaftlichen Fortschritts und einen kleinlichen Historismus verkünden. Die Folge ist dann Handlungsunfáhigkeit. Also der Fortschritt bei den Sozialdemokraten seiner Epoche treibt in eine homogene und leere Zeit hinein, das zu stándigem Zeitverfehlen führt. So leben die Anhánger dieser Bewegung in einer Zeitlosigkeit, wie die Kranken in Thomas Manns „Zauberberg". Sie befinden sich weit von der aktiven Handlung entfernt, die dann die Machtergreifung der Nazi-Diktatur auch nicht zu unterbinden vermochte. Daraus folgt, dass Benjamins Pessimismus etwas eigenartiges ist. Die Grundlage seines Pessimismus ist die Überzeugung vom Sieg des Bősen, aber er galubt zugleich daran, dass der dem bősen immanente Gegensatz den Rahmen des Bősen ebenso auseinandersprengen wird, wie das Hegelsche System von der Dialektik zergesprengt worden ist. Das Böse in seiner Machtlosigkeit und fehlenden Vollendung provoziert eben standig den Kampf gegen sich selber, bis zur Vernichtung. Die gegen das Böse Auftretenden reissen jedoch nicht nur sichtbare Mauern ab, sondern sie bringen auch neue Qualitát aus sich selbst hervor. Die neue Qualitát verdichtet sich im Begriff „Hoffnung", die wohl aus dem Altén alles retten mag, was für die Gegenwart und Zukunft wertvoll und deshalb zu retten ist. Das nach dem Sturz des Bősen sich neu organisierende Wertsystem schwemmt aber nicht nur Gruppén mit positiven Tugenden mit sich. Gruppén neutralen Charakters gehen eine Zeitlang zusammen mit dem neuen. Bald darauf an den Rand des Spielplatzes getrieben, leiten sie einen Angriff gegen das Entartete ein. Daraus lásst sich schliessen, dass der Fortschritt als Sturm existiert, der den der Geschichte den Rücken zuwendenden „Engel" in die Zukunft treibt. Perspektivisch immer, aber in der gegebenen Zeit für allerlei Bestrebungen Platz garantierend, bringt er das Totale zum Sieg. Mit anderen Worten: der Fortschritt zwingt seine Getreuen unter

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