Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1994. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 22)

Louis Baudin: Eine Lehre der Geschichte Das Peru der Inkas

zugrundegehen wíirde, gehörte der Rest des nutzbaren Bodens dem Inka und der Sonne, d. h. dem Staat und dem Kult Nachdem das peruanische System einmal in Gang gesetzt worden war, erfuhr es keinerlei Abánderung mehr. Das Leben erstarrte in einem von den Jahreszeiten bedingten Rhythmus. Jede phantasievolle Regung wurde zum Stein des Anstoftes. Die Technik selbst lieft keinerlei Ánderung zu. Der Indianer bediente sich einer Art von Spa-ten, mit dem er die Löcher grub, in die er die Saat legte, wáhrend seine Frau die Steine absammelte und Erdklumpen zerkleinerte, die Kinder aber schádliche Vögel verscheuchten. Die Bewegungen wur-den vom Rhythmus eines monotonen Gesanges beslimmt, der den Körper einlullte und den Geist einschláferte. In groften Höhen ersetzte die Viehzucht den Ackerbau, das Lama den Mais. Die Haustiere bildeten den einzigen Reichtum der Gegend am Titicacasee, wo die Gemeinden grofte Herden besaften. An ande-ren Orten gehörten sie dem Staat, und jede Familie hatte bloft Anrecht auf ein Paar solcher Lamas, das nur wegen Alterschwáche getötet werden durfte. Der Indianer war nicht nur Bauer und Viehzíichter, sondern auch Handwerker. Jáhrlich verteiken die Beamten unter ihren Untergebe-nen eine von den Statistikern festgesetzte Menge Rohmateríal: Wolle, Baumwolle, Cabuya-Faser, Erz, Edelhölzer und Vogelfedern, die zur Herstellung von Geweben, Seilen, Hángematten, Waffen, Sandalen, Gefáften und allén lebensnotwendigen Dingen dienten. Manche In-dianer spezialisierten sich, vom Vater auf den Sohn, in einem be-sümmten Handwerk, und daher findet man im Inka-Reich Giefter, Weber, Steinmetzen, Maler, Goldschmiede : die Erzeugnisse waren für den Staat und den Kult bestimmt, d. h. sie wurden, wie wir noch sehen werden, in staatlichen Speichern aufbewahrt, wo sie nicht nur die Bedürfnisse der Elite und der Geistlichkeit befriedigen sollten, son­31

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