Diakonia - Evangélikus Szemle, 1988

1988 / 1. szám - Aus dem Inhalt

96 DIAKONIá Lutherische Rundschau Aus dem Inhalt Als Meditation zu Beginn des Heftes dient Walter Lüthis Predigt über Chris­tus’ Auferstehung aufgrund Joh. 20,1— 18 (aus: Johannes. Basel 1942). Nach P. Tillich stellen wir unseren Lesern nun in der Reihe großer Prediger un­seres Jahrhunderts W. Lüthi vor. Prof. Rudolf Andorka untersucht an­hand neuester soziologischer Analysen die Unterschiede in der Religiosität der ungarischen Gesellschaft nach Ge­schlecht, Alter, Wohnsitz und Schul­bildung, wobei er Zeichen religiöser Erneuerung unter den jungen Hoch­schulabsolventen der Großstädte fest­stellt. Der wachsende Anteil dieses ge­bildetsten und aktivsten Teils der jun­gen Generation schafft neue Voraus­setzungen für die Religionsgemein­schaften und stellt sie vor neue Auf­gaben. Die Beteiligung dieser religiös intensiv interessierten Gruppe junger Intellektueller kann dazu beitragen, das aussterbende traditionelle Modell in der Kirche und den Gemeinden langsam durch ein neues Modell abzulösen. Pfarrer Károly Hafenscher gedenkt des 25. Todestages von Papst Johannes XXIII., dessen Lebenswerk nicht mit seinem Tode zuende ging, sondern sich mit dem II. Vatikanum fortsetzte und zugleich auch in den Einzelmenschen, seiner Kirche und im Miteinander der Konfessionen. Sein Programm verwirk­lichte das moderne Christsein im Sinne der Evangeliumsverkündigung. Als Leit­prinzip auch seiner Papsttätigkeit kann sein Ausspruch anläßlich seiner Ein­führung als Patriarch von Venedig gelten: Er suche lieber das, was eint, als was trennt oder Gegensätze schafft. Die Studie von Prof. Hans Heinrich Schmid aus Zürich behandelt das un­erklärte Leid aus religionsgeschichtli­cher Sicht an der Geschichte des Al­ten Testaments. Gott hat der Welt das Ziel der Gerechtigkeit und des Heils gesetzt, und auf Gottes Seite steht, wer an den Widerwärtigkeiten der Welt Herausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Gyula Nagy Schriftleiter: Imre Veöreös Schriftleitung und Verlag: H—1088 Budapest, Puskin u. 12. Erscheint zweimal jährlich. Bestellungen an obige Adresse. Abonnement pro Jahr: 130,— Forint. nicht verzweifelt, sondern im Vertrauen auf Gottes Ziel an seinem Weg festhält. Hier setzt das Neue Testament neue Akzente: Die österliche Gemeinde er­fährt, daß Gott selbst Jesus ins Recht gesetzt hat. Er ist nicht nur Vorbild, sondern Grund unseres Glaubens an Gottes Gerechtigkeit, weshalb die An­fechtung durch Unrecht und Leid zur Herausforderung werden muß, Unrecht und Leid in der Welt zu verringern bzw. sie — wenn es sein muß — selbst zu tragen. Der sich eines hohen Alters erfreu­ende Kirchenhistoriker und Hymnologe Tibor Schulek beschreibt in seinem Ar­tikel die interessanten Veränderungen in der anglikanischen Liturgie. Durch die rasche Verbreitung des Alternativ Service Book wurde die Gebetspraxis freier und erhielt das gemeinsame Abendmahl zentralere Stellung. Die Abendmahlsfrömmigkeit verlor einen Teil ihres traditionell düsteren Bußcha­rakters, der Gemeinschaftsaspekt und die freudige Danksagung verstärkten sich. Auch die liturgische Aktivität der Gläu­bigen im Gottesdienst nahm zu — dies alles sind Prozesse, wie sie sich ähn­lich auch in der Lutherischen Kirche in Ungarn feststellen lassen. Pál Gadó, selbst gehbehindert seit seiner Kindheit, ein bedeutender Phy­siker, widmet seine ganze Kraft seit seinem 50. Lebensjahr dem Landesver­band für Gehbehinderte als dessen Ge­neralsekretär. In seiner Studie führt er bestürzende Daten, wichtige interna­tionale Stellungnahmen und die heimi­sche Situation an, um dann die Aufga­ben der Kirche bei der Bewußtseins­bildung und einer vollen Integrierung der in irgendeiner Hinsicht Behinder­ten zu behandeln. Die begonnene Zu­sammenarbeit der verschiedenen Kon­fessionen berechtigt den Gehbehinder­tenverband zur Hoffnung. Außerdem bringen wir das vollstän­dige Inhaltsverzeichnis in englischer und deutscher Sprache.

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