Diakonia - Evangélikus Szemle, 1980
1980 / 1. szám - Aus dem Inhalt
96 Diakonia Lutherische Rundschau Aus dem Inhalt Pfarrer Zoltán Dóka versucht in seinem Aufsatz „Von Gott — heute” die dringende Frage der verkündigenden Kirche zu beantworten, ob und wie es möglich ist, von Gott unter den Voraussetzungen des säkularisierten Denkens relevant zu reden. Die Antwort wird in dem die Botschaft der Christus- Offenbarung zusammenfassenden Satz der johanneischen Literatur „Gott ist Liebe” (1. Joh. 4,16) gefunden und durch Einzelfälle des seelsorgerlichen Gesprächs weiterentwickelt. Die Kunsthistorikerin Márta Péter stellt die erste ständige Ausstellung des im vergangenen Jahr in Budapest er- -öffneten Lutherischen Landesmuseums vor. Das Museum wurde in dem zweihundert Jahre alten ehemaligen Bethaus der Pester Kirche eingerichtet. Seine erste Ausstellung umfasst die Geschichte des ungarischen Luthertums von der Zeit der Vorreformation bis zum Ende des zweiten Weltkriegs aus kirchen-, kultur- und kunstgeschichtlicher Sicht. Der Aufsatz analysiert die zeitgemässe Methode, mittels welcher die Ausstellung die in den mehr als sechzig Gemeinden, im Lutherischen Landesarchiv und in der Lutherischen Landesbibliothek aufbewahrten Handschriften und Gegenstände aufarbeitet. In der Reihe „Theologen unserer Zeit” gedenkt Theologieprofessor Gyula Groó unter dem Titel „Der in die Zukunft Weisende” des Lutherischen Pfarrers Dietrich Bonhoeffer, anlässlich seines 35. Todestages. Unsere Nummer bringt auch an anderes Stelle Zitate aus Bonhoeffers Briefen und Aufzeichnungen während seiner Haftzeit. (Bonhoeffer, D.: Widerstand und Ergebung. Hrsg.: E. Bethge. München 1955. Kaiser Verlag. S. 22—23., 80., 178—182. 259—60.) Der Soziologe Rudolf Andorka untersucht aufgrund der Erhebung des Statistischen Zentralamtes aus den Jahren 1976—77. über das Zeitbudget die Gestaltung der Lebensweise der ungarischen Gesellschaft. Er stellt fest, dass Herausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Zoltán Káldy Schriftleiter: Imre Veöreös Schriftleitung und Verlag: H—1088 Budapest, Puskin u. 12. Erscheint zweimal jährlich. Bestellungen an obige Adresse. Abonnement pro Jahr: 100,— Forint die Zeit für die mit der Hauptbeschäftigung verbrachten Arbeit und für die einkommenergänzenden Arbeiten bwz. die im Verkehr verbrachte Zeit einen sehr bedeutenden Teil des Durchschnittstages in Anspruch nimmt und zwischen den gesellschaftlichen Schichten stark differiert. Innerhalb der Freizeit dominiert das Fernsehen, relativ wenig Zeit bleibt für andere kulturelle Tätigkeiten. Pfarrer Béla Harmati berichtet unter dem Titel „Christlich—marxistischer Dialog” über das zehnjährige Studienunternehmen des Lutherischen Weltbundes. Unter den internationalen kirchlichen Weltorganisationen war der Lutherische Weltbund derjenige, welcher nach der Weltkonferenz in Evian 1970 die Fragen des theoretischen und praktischen Dialogs zwischen Christen und Marxisten in den Kirchen von 18 Ländern aufgearbeitet hat. Lajos Tóth, Lehrer an einer landwirtschaftlichen Hochschule, ruft die von dem lutherischen Pfarrer Samuel Tessedik vor 200 Jahren in Szarvas (Grosse Ungarische Tiefebene) gegründete landwirtschaftliche Schule in Erinnerung. Die Schule Tessediks wollte die Dorfjugend beiderlei Geschlechts in dem zur Verbesserung des Bauernlebens nötigen theoretischen Wissen und der praktischen Erfahrung erziehen und damit der Umgestaltung der Lebensweise der Bauerschaft in eine bürgerliche Richtung dienen. Wir bringen Teile aus einer neuen Schrift von Karl Rahner. Der Artikel betrachtet die heutige Lage und die Zukunft der Kirche in der Welt im Licht des Gleichnisses Jesu von Sauerteig mit biblischem Glauben und realer Geschichtsbetrachtung unter Zurückweisung der alten Vorstellung von der ecclesia triumphans. (Sauerteig. Hrsg.: H. W. Brockmann. Pendo Verlag, Zürich 1979. S. 88—99.) Ausserdem bringen wir das vollständige Inhaltsverzeichnis in englischer und deutscher Sprache.