Diakonia - Evangélikus Szemle, 1979
1979 / 1. szám - Aus dem Inhalt
Diakonia Lutherische Rundschau Aus dem Inhalt Zoltán Káldy, leitender Bischof der Lutherischen Kirche in Ungarn, um- reisst, ausgeihend von dem, aus dem neutestamentliehen Griechisch stammenden, Titelwort der neuen periodischen Zeitschrift der lutherischen Kirche, „Diakonia” — Dienst, die theologische und praktische Richtlinien unserer Kirche und die Weise wie diese ihren Dienst in Kirche und Gesellschaft in Ungarn ausrichten möchte. Er bezeichnet als die Grundlagen für die Arbeit dieser Zietschrift: die ökumenische Christenheit, die lutherische Reformation und deren Entwicklung auf ungarischen Boden und die Beantwortung der Fragen der Welt heute. Katalin Györffy-Granasztói, Kunsthistorikerin berichtet in ihrem Aufsatz über die unlängst durch die Behörde für Denkmalschutz restaurierte lutherische Kirche in Nemeskér (30 Kilometer von Sopron entfernt). Hier befindet sich eine kunstvolle hölzerne Empore und der älteste Kanzelaltar in Ungarn; die Kirche wurde zur Zeit der Gegenreformation erbaut. Die Kanzel ist wohl ein Werk eines meisterhaften Holzschnitzers, dessen Heimat wohl in Sachsen zu suchen ist. Bischof Ernő Ottlyk untersucht in seinem Aufsatz die Begegnung der lutherischen Kirche mit der bürgerlichdemokratischen Revolution von 1918 und mit der sozialistischen Revolution von 1919. Der Aufsatz dokumentiert eindrucksvoll die Stellungnalhme der Pfarrerschaft zugunsten einer Kurswechsel der Kirchenleitung in der revolutionären Situation. Mit beachtenswertem Verständnis äusserte sich Bischof Béla Kapi über die notwendige Änderungen. László Zolnay, Archeologe, berichtet über den, mit der lutherischen Reformation sympathisierenden Kreis im Hofe von König II. Lajos und seiner Frau Maria von Habsburg. Einer der Befürworter dieser Richtung war Georg, Markgraf von Brandenburg. Herausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Verantwortlicher Schriftleiter; Dr. Zoltán Káldy Schriftleiter: Imre Veöreös Schriftleitung und Verlag; H—1088 Budapest, Puskin u. 12. Erscheint zweimal im Jahr. Zu bestellen an obiger Adresse. Abonnement für das Jahr: 100 Forint. Aber auch unter den Pfarrern gab es Anhänger der Reformation. Zwei weitere Themen führen uns schon in die Zeit der türkischen Besetzung Ungarns (1541—1686) und stehen in Beziehung zu den Ausgrabungen in Burg Buda. István Bottá, Pfarrer, Kirchenhistoriker, liefert neue Gesichtspunkte zur Erforschung des Lebens und Wirkens des ungarischen Reformators, Mátyás Dévai, den seine Zeitgenossen „Ungarischen Luther” nannten. In den Jahren 1536—38 hielt er sich in Nürnberg und Wittenberg auf, wo er sich darum bemühte, einen Verleger für das erste Neue Testament in ungarischer Übersetzung zu finden. Tibor Fabiny, Professor der Theologie, veröffentlicht einen bisher unbekannten Brief von Lajos Kossuth. Die Hoöhwasserkatastrophe vor 100 Jahren zerstörte in Szeged auch die Gebäuden der lutherischen Gemeinde. Um eine Auslandshilfe zu erhalten, wandte sich die Kirchgemeindeleitung an den in der Emigration lebenden Kossuth und bat lim seine Vermittlung. Kossuth schrieb auch einen Empfelungsbrief an die Leitung des Evangelical Alliance in London und riet den Lutheranern von Szeged, sich dorthin zu wenden. Imre Sulyok, Komponist, Musikologe erörtert die Beziehungen von Franz Liszt’s Lebenswerk zur lutherischen Kirche. Er untersucht, in welchen Werken von Liszt kommen evangelische Choräle bzw. Choralbearbeitungen vor, welche Psalterkompositionen sind auf Bibelübersetzungen von Luther bzw. Herder verfasst worden, endlich berichtet er über die Übertragungen von Bach-Werken und über die Uraufführung des Christus-Oratoriums in einer lutherischen Kirche, unter der Leitung von Liszt selbts. Ausser diesen Auszügen aus den, für den ausländischen Interessenten wichtigsten, Aufsätzen, bringen wir das vollständige Inhaltsverzeichnis unserer Ausgabe in englischer und deutscher Sprache.