VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 300
300 drang eine Abteilung der Mongolen aus Dalmatien, wo ihnen die Städte überall standhielten, bis Drivasto und Svač. Die beiden Städte sollen nach Thomas zerstört und ihre Einwohner niedergehauen worden sein. Auch vor die Tore Skodras scheinen die Mongolen gedrungen zu sein. Jedenfalls darf man in der Benennung des „Tatarenweges" (via Tarta resca), welcher im J. 1416 bei Skutari erwähnt wird, 156 eine Erin; nerung an die Tataren des 13. Jahrhunderts erblicken, die wahrschein lich durch das Erscheinen der Türken neu belebt wurde. Eigentümlich ist aber, dass Dulcigno von der angeblichen Katastrophe zweier Nach barstädte gar nicht berührt wurde, denn eben damals (22. April 1242) schloss diese Stadt einen Freundschaftsvertrag mit den Ragusanern, 157 die um den kirchlichen Einfluss auf albanischen Boden kämpfend nicht nur mit der Stadt Antibari, sondern auch mit dem Serbenkönig Uroš I., dem Beherrscher Nordalbaniens, in Zwistigkeiten gerieten. In Rivalität mit Antibari war Dulcigno unter Vlkans Sohn Georg (princeps Dioclie) die einzige albanische Stadt, die zu Ragusa hielt, als im J. 1248 der Kampf zwischen den Prälaten von Ragusa und Antibari, aber auch zwischen den Bürgern dieser Städte entbrannte. 158 Deswegen wurde auch Dulcigno seitens der Ragusaner in den Vertrag mit den berüch tigten kroatischen Piraten aus der Makarska Krajina (bei Almissa, Omiš) speziell aufgenommen. . ; Aber sowohl im Kampfe gegen Antibari als auch gegen Uroš I. zogen die Ragusaner den Kürzeren. Mit Bulgaren verbündet (1253), die tief nach Serbien eindrangen, beunruhigten sie, dabei gewiss von den kroatischen Piraten unterstützt, ihrem Vertrage gemäss 159 die nord albanische Küste und natürlich besonders ihre alte Gegnerin die Stadt Antibari. 160 Da aber zwischen den Serben und den Bulgaren der Friede bald erneuert wurde, blieben die Ragusaner isoliert (1254) und mussten einen Frieden mit Serbien durch schwere Geldopfer erkaufen. 161 Die albanischen Städte aber, um deren kirchlichen Besitz bei der Kurie zwischen den Erzbischöfen von Ragusa und Antibari paraleli ein Prozess geführt wurde, verloren (1255) jeden politischen und kirch lichen Nexus mit Ragusa. 162 Die Beziehungen Ragusaszu Nordalbanien waren von nun an rein geschäftlicher Natur. Dr. Milan v. Sufflay. 156 Makušev, Istoričeskija razyskanija (Varšava 1871), 149. Vgl. über den „Ungarnweg" in Friaul im 11. Jahrhundert Hauptmann, Mitt. d. Institut, für österr. Geschichtsforschung 36 (1915) 244. »« AAlb 1,* 175. — 158 AAlb 1, 189t. . 159 Miklosich, M. Serbica 35. Smičiklas, Cod. dipl. 4, 528. 160 AAlb l, 190, 211, 228 (1248—1151). 161 Jireček, G. der Serben 1, 314. ., 162 Vjesnik zem. arkiva 17 (1915) 15f. = Thallöczy, Illyrischalbanische For schungen 1, 103f.