VJESNIK 12. (ZAGREB, 1910.)

Strana - 210

210 Beegen vnnd vornemben Türggen mehr, bey dem Beeg dies Orts ge­wesen, hat zu Ihr Gnaden der Passa geschickht vnnd gebetten, dasz er zu im khomen sol, welches Herr Orator getan. Alsz ir Gnaden nun in desz Beegen Hausz, dasz etwas fein, auf türggisch Arth, doch nur vom Holz gemacht, hinein khomen, ist ime der Beeg vber die Stiegen herab entgegen gangen, ihm höflich empfangen vnnd hinauf in das Gemach, wo (fol. 35 a) Ali Passa mit andern Türggen gesessen, ge­führt. Wie nun ir Gnaden hinein khomen, sein sy alle aufgestandten vnnd sich irer türggischen arth nach genaigt vnnd ir Gnaden nidersitzen lassen. Das Gemach, darinen sy auf nidern, mit rotten Thuech vberzogen Penkh gesessen, war zwar an im selbst schlecht vnnd hette khein glass­fenster, aber der Fuessboden war vber vnnd vber mit schönen grossen Teppich vberzogen, darunder der ain in der mitte sehr gross vnnd schön. Darauf lagen fünf sehr schöne lange Polster, zween von Golt, Silber vnnd sammet durcheinander, die andern von Sammet, Adlasz vnnd seiden allerley färben gewürckht, zum aingang dieses Gemach war ein rundt roth Marmerstainer Platten, inwendig einer Zwerch Handt hoch, vnnd auf einem Fues, etwo einer Spann hoch, stehent. In der Mitt der Platten stundt ein plechen ausgeschnitten vnnd durchbrochen Gefäsz, daraus Wasser fleusst. In der Platten stundten viel Porcellana vnnd andere Schällel, darinen sy iren Scherbet khüelten. Alszbalt die Herrn einweil miteinander geredt, khomen balt aufeinander dreyerley sonderbare Musica mit iren Lautten, Zittern, Pfeiffen, Hackprettern, vnnd als sy ein weil gespilt vnnd gesungen, ist ein Gaugier, der zugleich ain Comedianten vertretten, der viel selzamer Posen aber nichts be­sonder gebraucht, khomen, allain dass er ein khlein Gaisel gehabt, neben sechsen auf Kelch Pecherl arth getreten runden hölzern, iedesz etwo einer vordem spann hoch vnnd drey finger braidt, eines so gros als das ander, dass sy recht auf einander stehen khuntten, vnnd der vndere drey hölzerne nidere Fuessel. Denselben nun sezet der Gaugier erstlich (fol. 35 b) nider vnnd Hess seine Gäisz, die er an ein strigkh beim hals hette, darauf steigen, dern er dann mit türggischen Worten zuegesprochen, das sy fein ordentlich mit iren vier füessen auf diesen runden Holz gestandten, darauf er sy auch mit dem strigkh vmbge­wendt, vnnd sy die füesz fein sittlich im Vmbwendten aufgehebt vnnd widervmb zusamen gesezt, das sy darauf stehen blieben vnd dasz holz nit vmbgefallen. Alszdann nam der Gaugier dasz ander holz, hielt es in der rechten handt, vnndt lies die Gaisz von dem ersten auf daseibe steigen vnnd sezet das ander Holz also mit der Gaisz auf das erste, vnnd wendet die Gaisz abermal wie auf dem ersten mit dem strickh vmb, vnnd thette dergleichen von einem holz zum andern, bisz er die Gaisz gar auf dasz höchste holz hinauf bracht, vnnd alle auf einander

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