VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)
Strana - 65
65 in der Kirche die Bäckerey wo man immer hin sah verieth Zerstörung. Doch im ganzen die Lage, das an einander durch nichts fremdes unterbrochene Arondissement und die schöne waldige Gegend, die Hauptstrasse durch die Mitte des Dominii laufend und ziemlich belebt, gefiel mir. Kaum in Wien angelangt, bat ich um die Verleihung dieser kleinen Expauliner Herrschaft, bestehend aus dennen Dörfer Senkovecz, Machkovecz, Zapad, Knesovecz, den gröszeren Theil des Marktes Stridau, und den nahe daran gelegenen Dorfe Leskovecz mit allen dazu gehörigen Apertinentien, so wie es zur Zeit der Pauliner war. Infolge dieses Gesuchs wurde eine Schätzungscomission angeordnet. So wie früher selbe in unsern Militär Besitzungen begonnen hatte. Anerkanter und bestättigter Schätzungspreis von Grachacz etc. etc. betrug 152.684 flor 12 kr. dtto von Dominio St. Helena 101.660 „ 4 „ Mithin zur Ergänzung des équivalents ein Supplement von 51.024 fior 8 kr. Bey angehender Schätzung bewilligte uns der Kayser den Antritt dieses Dominii, das den lsten May 1802 statt fand, ohne noch durch eine Donation darüber der Versicherung zu haben. Unsere Likaner Besitzungen waren uns gleich nach vollendeter Schätzung abgenommen, und unter die Gränizer vertheilt. Bruder Jure, so wie ich oben erwähnte, nebst Anführung der Ursache, verkaufte mir seinen Antheil. Nun tratt der Pere auf, auch seinen Antheil verkaufen zu wollen. Da ich unter den Brüder der einzige war, der damals Kinder hatte, war mir höchst daran gelegen keinen fremden Mitbesitzer zuzulassen, am wenigsten den Grafen Georg Festetich, der alles aufboth sich einige Ansprüche, in den mitten in seiner grossen Herrschaft liegenden Dominio zu verschaffen. Ich hatte kein Geld, war arm, obschon ich in dennen mitgemachten Feldzügen oft genug Gelegenheit hatte mir auf die ehrlichste Weise' Geld zu machen, das sich aber keinerdings mit der Strenge meiner Grundsätze vertrug. Ich wandte mich dahero an meine Freundin, Gemahlin des würdigsten Judex Curiae von Ürmenyi. Die gute Frau verschafte mir von den reichen Erben des kurz vorhero verstobonen Bischoff zu Veszprem Namens Bayzad von Biszag, gegen Verhypothicirung meiner drey Antheile auf fünf pro Centige Interessen ein beträchtliches Capital. Mit diesen Gelde zahlte ich aus, die von beyden Brüder Jure und Pere erkauften Antheile. Die legalen Passionen mit Beobachtung aller rechtlichen Formalitäten befinden sich neben übrigen Diplomen aufbewahrt. Nun komme ich auf den Bruder Tone. Dieser schlaue hartherzige Egoist, spielte durch einige Zeit die Rolle eines theilnehmenden rechtlichen Mannes, um mich unter dieser Larve, für sich zu gewinnen. Als ich nach Polen zu meiner Brigade abgehen sollte, sprach er mich an, Ihm in meiner Abwesenheit die Vollmacht über meine drey Theile zu übertragen. Ich kannte aber meinen Mann und erwiederte : „Mein Bevollmächtigter sey der Bruder Ive und nur dieser wird es auch bleiben. Dies war genug um ihn wieder in seiner natürlichen Gestalt zu sehen. Er tratt sogleich in nahe Verbindung mit besagten Georg Grafen Festetics, den es erwünscht war und fieng ein Proces an, den sein Tod 1809 ein Ende machte. Ive führte in meiner Abwesenheitt die Wirtschaft und durch seinen Fleisz und Bemühungen bahnte er mir den Weg es dahin zu bringen, wie es nun 5