VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)

Strana - 59

59 Quartier zurückkehrte, befiel mich plözlich der Gedanke ; nun vieleicht ist der Augenblick, sich aus der Militärgränze los zu reiszen ! Sezte eine Bittschrift an Kayser auf, bemerkte darinn, dasz meiner Familie angethane Unrecht, und die Rechtmässigkeit unseres dortigen Besitzes bestättigt von Kayser Leopold den 1-ten, und schlosz mit dennen Worten, da mich das Glück begünstigte mit meinen tapferen Regimente den Sieg bey Cassano zu entscheiden, welcher zu glücklichen Folge hatte, für Euer Majestät die Lombardie zu gewinnen, so erkühne mich frey des Vorwurfs eine Unbilligkeit, Euer Majestät fuszfälligst zu bitten, mir und meinen Brüdern statt unserer Besitzungen in der Likaner Militärgränze ein aequivalentes Gut in den Croatisch oder Ungarischen Provinciali, als einen Austausch allergnädigst zu verleihen. Mit dieser Bitt­schrift gieng ich den folgenden Tag zur Erzherzogin: 0! wie erwünscht war diesz der guten Frau ! Selbst schrieb Sie den Kayser, meine Bitte dringend unterstüzend. Ein ihrer Garde-Officiers wurde als Curier damit eyligst nach Wien expedirt. Mein Gesuch gefiel den Kayser, um so mehr, als er sich in seiner Wahl, bey meiner Beförderung zum Obristen, an mir nicht getäuscht hatte. Bezeichnete gleich mein Bittgesuch mit dennen Worten: Ich erwarte über das bilige Begehren des Obristen Knezevich keine Gegenvorstellungen. Von Parma marschirten wir nach Regio. Der italienischen Sprache voll­kommen kundig, trug mir Ott auf, nebst Vorposten-Commando, auch allda die Giunta Communitativa zu reguliren. Eines Tages liesz mich Ott zu sich rufen, und sagte i Oberst D' Aspre hat für mich zu Modeiia 2000 Ducaten requirirt, und zugesendet, Sie könnten wohl auch hier besonders die Juden für mich in Requisition setzen. Diese unglückseligen Worte waren kaum ausge­sprochen, als mir vor Zorn Sehen und Hören vergieng, worauf ich mit gröszten Unwillen, alle Achtung beseitigend zur Antwort gab : Solcher niederträchtigen Handlungen bin ich nicht fähig, suchen Sie sich dazu einen Ihres gleichen, und gieng zur Thür hinaus. Noch hörte ich diese Worte : „Warten Sie nur, ich werde mir's hinter die Ohren schreiben." Der böse Mensch hielt Wort. Die französische Armee unter Commando Magdonais, aus Neapel kommend rükte immer mehr gegen uns vor. Ott, vermög Armee Befehl war mit seiner Division, um zum Bellegarde bey Novi zu stossen, abgerückt. Suvaroff liesz mich mit 3 Divisionen meiner Huszaren, und einen leichten Battailon in Parmesanischen zurück. Benachrihtigt, der französiche General Victor rücke vor Pistoia, über Bercetto gegen Fornovo, allwo ein Theil meiner Vorposten aufgestellt war, heran, verfügte mich dahin, um in dieser miszlichen Lage zweckmässige Vorkehrungen zu treffen. Kaum dachin angekommen erhielt ich durch zwey auf einander gefolgten Kuriere von Gouverneur von Parma, nebst der Nachricht, der Herzog, und Herzogin waren bereits abgereiszt, das drin­gende Ersuchen Hilfe zu schaffen, ,,da Parma in vollen Aufrühre wäre, und mit Ungestimme Waffen fordere". Ich flog nach Parma, wie grosz war mein Erstaunen, einige Tausend Menschen in dennen Strassen und auf dem Haupt­platze versammelt zu finden. So wie mann mich herangesprengt erblicke, hörte ich kein anderes Wort, als Armi Colonello. Nach vielen Winken und Zeichen zum Stillschweigen wurde es endlich still; nun fing ich an: Was Ihr nun so ungestimm verlangt, ist das Werk der Jacobiner, die sich unter Euch befinden, Ihr stehet unter den Schutz der Spanier, die mit denen Franzosen gegenwärtig

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