VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)
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49 geringen Anzahl Likaner, und Korbavianer mit so einen glänzend glücklichen Erfolge, dasz sie das ganze Laager, Kanonen, selbst Menge Sklaven, die Sie in Ihrer Vorückung gemacht hatten, und Alles erbeutete in Stich lieszen, und in vollester Unordnung, und Bestürzung die eyligst gefreüteste Flucht ergrieffen. Jener Theil der Türken, welcher unter Ibrahim Bassa gegen Popina zog, und sich allda lagerte, überfiel des Jure Sohn Martin, mein Vater, damals schon Capitän von Zvonigrad, und Commendant der Reyterey mit eben so glücklichen Erfolge, eroberte das ganze Lager, einige Kanonen, über 300 Pferde und machte gefangen. Für diese glänzende Kriegs-That wurde Jure, Nicola, den mann Arambassa nannte, und Martin von Kayser und König Carl 6-ten sehr belobt, und jeder von Ihnen mit der goldenen Kette und Medaille, damals der einzige Orden für ausgezeichnete Heldenthaten decorirt. Nach den Tode der Ehefrau Kate, oder Catharina heurathete mein Grosz-Vater zum zweytenmale eine verwittete Vukassovics, Tochter des Vojvoda Pribinovich Namens Helena, wegen ihrer Schönheit Lipa Ile, oder schöne Helena genannt, mit ihren ersten Manne Vukassovich hatte sie eine Tochter Namens Ursula, noch sehr jung. Von dieser Helena Pribinovich, schreiben sich die drey Häuser, die Wir annoch in Zeng besitzen, und unter den Nammen Pribinovichische Häuser bekannt sind, wovon aber eines vor zwey Jahren einstürzte, und die anderen zwey in baufälligen Stande sind. Mit dieser zweyten Frau erzeugte Jure einen Sohn, der auch Jure hiesz. Mein Grozvater erreichte ein hohes Alter. Wenige Jahre vor seinen Tode erblindete er auf beyden Augen. Diesen einsichtvollen Mann verdanke ich im Stande zu sein, die Geschichte unserer Vorältern zur Kentnisz meiner Kinder und Nachkommenden zu bringen. Wolte Gott! dasz diese von den nemlichen Edlen Geist beseelt werden möchten, als die Abgeschiedenen. Um die Geschichte des Haupt-zweiges der Familie nämlich Martins Nachkomenschaft, in Zusammenhange zu erhalten, will ich von Martins jüngeren Stiffbruder Jure einiges Vorhero erwähnen. Dieser Jure, ein schöner Mann von coloszalischer Grösze, machte sich durch seine Tapferkeit berühmt, und brachte es, ohngeachtet einiger moralischen Fehler bis zum Obristen bey Sekler Hussaren. Leichtsinnig höchst verschwenderisch, und zuweilen dem Trunke ergeben, einer vor, und nach der Familie nie anklebender Fehler, verschleiderte er in wenig Jahren seinen ererbten Antheil. Ohngeachtet seine Verschwendung kein Masz und Ziel hatte, liebte Martin seinen Stiffbruder, doch war er sehr gekränket den schönen Antheil seines Stiffbruders verschuldet, in fremden Händen zu sehen, dachero both er Alles auf selben auszulösen, das Ihm erst nach vielen Jahren mit unendlichen Aufwand gelang. Als Obrister wurde Jure in Pensionsstand versezt, lebte einige Jahre zu Bruck an der Muhr in Steyermark und starb zu Kopreinitz. M artin, mein Vater, von schönen, Herzensgütte verrathenden Gesichtsbildung, von hohen, schönen Körperbau, erhielt eine feinere Erziehung und besasz ausgebreitete Kentnisze. Heurathete im Jahre 1733 seine Stiffschwester Ursula Vukaszovich als sie kaum 14 und er 18 Jahre alt waren. Schon in diesen Jünglingsalter war er Capitän von Zvonigrad. Er erwarb sich einen ausgebreiteten Ruhm, und Belohnungen seines Monarchen Carls 6-ten und vorzüglich von Carls unsterblicher Tochter der groszen Maria Theresia, so wie mann aus den aufbewahrten Baronats, und ungarischen Magnaten Diplom aus4