ARHIVSKI VJESNIK 36. (ZAGREB, 1993.)

Strana - 143

F. H. Hye, Zur Geschichte des Staatswappens von Kroatien... Arh. vjesn., god. 36 (1993) str. 131-147 Motiven (Stern und Kreuz, Krone etc.) aufweisen. 50 Andererseits begegnet bereits auf dem Thron- und Münzsiegel des ungarischen Königs Matthias Corvinus von 1464 als zweites Wappen zur Rechten des thronenden Königs ein Schild mit einem nach schräg-links steigenden Marder, welches von La­jos Bernat Kumorovitz bzw. von Zsuzsanna Bandi als das Wappen von Sla­vonien interpretiert wird. 51 Damit ist der Marder sowohl als Wappentier als auch als traditionelles Zagreber Münzbild mit der Aufschrift »MONETA P(ro) SCLAVONIA« nachgewiesen, worauf sich im Jahre 1496 sowohl die Petenten als auch König Wladislaw berufen konnten. Ein gewisses Problem scheint dabei im Verhältnis zwischen dem sowohl auf den genannten Dena­ren, als auch im Wappenbrief von 1496 formulierten »Regnum Sclavonie« zwischen Save und Drau und der Bezeichnung dieser Pfennige als »denarii Zagrabienses« sowie auch zum Verwahrungsort der Urkunde von 1496 im Archiv des Königreiches Kroatien in Zagreb, in der »ladula privilegiorum regni (Sclavonie)« 1546 bzw. in der »(nova) cista privilegiorum regni (Sclavo­niae)« (1643) vorzuliegen. Die Lösung dieses Problems dürfte jedoch u. a. die genannte »Cista« von 1643 bieten, welche noch gegenwärtig im Staatsar­chiv von Kroatien erhalten, an ihrer Vorderseite mit den beiden Wappen von Kroatien und Slavonien geziert ist und damit beide Wappen, sowohl Maximilians Wappen für Kroatien als auch Wladislaws Wappen für Slavo­nien, als gleichwertige Symbole für ein- und dasselbe königliche Archiv und damit für ein- und dasselbe Königreich zwischen Drau, Save und Una aus­weist. 52 Ein politisches oder territoriales Nebeneinander zweier Königreiche na­mens Kroatien und Slavonien hat es nämlich nicht gegeben, vielmehr lag Zagreb - 1496 ebenso wie heute - im Gebiet zwischen Save und Drau und damit im Königreich Slavonien und war zugleich stets die Hauptstadt des Königreichs Kroatien. Dementsprechend trugen die Zagreber Pfennige, wie erwähnt, lange Zeit die Aufschrift »Moneta regis p(ro) Sclavonia«. Dieser Name des Köni­greiches lebt noch heute im Osten Kroatiens in Städtenamen wie »Slavonsky Brod« und »Slavonska Požega«, doch hat dieses Gebiet nie ein eigenes Kö­nigreich gebildet. Die politische Voraussetzung für das auf der »Cista« von 1643 demon­strierte friedliche Nebeneinander der Wappen-Dualität für Kroatien-Slavo­nien ergab sich jedoch offenbar erst rund sechzig Jahre zuvor, als Kaiser Rudolf II. neben dem Wappen von Kroatien offiziell auch das Wappen von Slavonien in sein Thron- und Münzsiegel aufgenommen hatte, wohl auch um den Sympathisanten dieses Wappens entgegenzukommen. 53 Auf den Sie­50 I. R., »Banovac« 2. B. (lat. moneta banalis, denarius Zagrabiensis). In: Encyclopae­dia Croatica, Tom II, Zagreb 1941, S. 198ff (mit Abbildungen). 51 Katalog der Ausstellung »Matthias Corvinus«, a. a. O., S. 213f, Nr. 96; vgl. auch H. G. Ströhl, a. a. O., S. XIV. 52 Miljenko Pandžić, Povlastice kraljevine Hrvatske - Popisi. In: Arhivski Vjesnik Band 26, Zagreb 1983, S. 7-43, besonders S. 10, 12, 14, 28 und 41. 53 O. Posse, a. a. O., Band 3, Dresden 1912, Tafel 39/n. 3 und 4. 143

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