ARHIVSKI VJESNIK 36. (ZAGREB, 1993.)

Strana - 139

F.H. Hye, Zur Geschichte des Staatswappens von Kroatien.. Arh. vjesn., god. 36 (1993) str. 131-147 Richtig ist vielmehr, daß es der genannte Doge Pietro II. Orseolo war, der für sich und seine Nachfolger von Kaiser Heinrich II. im Jahre 1002 den Titel eines Herzogs von Dalmatien verliehen und bestätigt erhalten hat­te. 32 - Das Wappen von Kroatien aber ließ noch rund 500 Jahre auf sich warten! Seiner ältesten Abbildung im erwähnten Laubenfresko von 1495 folgte seine Wiedergabe am ehemahgen Innsbrucker Wappenturm von 1499 33 sowie seine Präsenz in der maximilianischen Wappensuite auf der großartigen Glocke »Maria Maximiiiana«, die Maximilian 1503 in die Pfarrkirche des Bergbauzentrums Schwaz gestiftet hat. 34 Vier Jahre später hat Maximilian ebenfalls in Schwaz ein Franziskanerkloster gegründet, dessen um 1508 vol­lendetes Kreuzgang-Gewölbe von zahlreichen Wappen-Konsolen getragen wird: Eine davon ist dem Königreich Kroatien gewidmet. 35 Ebenfalls angetroffen wird das Wappen von Kroatien in einem Fresko von ca. 1490-1508 im Kreuzgang des ehemahgen Dominikanerklosters in Bozen. Dargestellt ist dort das marianische Motiv des »Hortus clausus« mit dem Turme Davids von welchem 1000 Wappenschilde, »mille clipei«, herab­hängen. 36 Ein Fresko aus derselben Zeit und mit demselben Motiv in St. Andreas in Moravce in Slovenien hingegen enthält das päpstliche und andere Wap­pen, nicht aber Wappen aus dem eigenen Umfeld oder der unmittelbaren Nachbarschaft. 37 Dasselbe gilt von einem bisher unbeachtet gebhebenen gro­ßen Wappenstein Maximilians in Laibach, der ebenfalls in den Zeitraum von 1490 bis 1508 zu datieren ist. Er zeigt in der Mittelachse die Wappen­schilde des römisch-deutschen Königs und Tirols sowie heraldisch-rechts die Wappen von Ungarn und Burgund, und heraldisch-links die Wappen von Österreich und Krain. Für das Wappen von Kroatien war hier kein Platz, - allerdings bestand hier in der Hauptstadt des Herzogtums Krain keine zwingende Veranlassung auf diesem Wappenstein auch Kroatien zu repräsentieren. Eher wäre anzunehmen gewesen, daß das Wappen dieses Königreiches in das Programm des berühmten Kaiser- oder Reiter-Doppelta­lers Maximilians von 1509 aufgenommen worden wäre, - doch wurden unter den darauf dargestellten 27 Wappen nur Ungarn und Dalmatien festge­32 Ebenda, S. 135. 33 Franz-Heinz Hye, Die heraldischen Denkmale Maximilian I., a. a. O., S. 62f; Franz Gall, Österreichische Wappenkunde. Wien 1977, S. 176, schrieb noch: »Das Wap­pen von Kroatien... kommt offenbar am Innsbrucker Wappenturm Kaiser Maximilians I. von 1499 zum ersten Mal vor.« 34 Franz-Heinz Hye, wie Anmerkung 33, S. 67 sowie Johanna Gritsch, Die Glocken Peter Löfflers. In: Veröffentüchungen des Museum Ferdinandeum Band 20/25, Innsbruck 1948, S. 67. 35 Franz-Heinz Hye, wie Anmerkung 33, S. 68. 36 Derselbe, Der Wappenturm - zur Vorgeschichte einer heraldisch-künstlerischen Idee. In: Veröffentlichungen des Museum Ferdinandeum Band 70, Innsbruck 1990, S. 99-109. 37 Lev Menase, Kunstschätze Sloveniens. Belgrad 1982, S. 74f. 139

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