ARHIVSKI VJESNIK 36. (ZAGREB, 1993.)

Strana - 132

F. H. Hye, Zur Geschichte des Staatswappens von Kroatien.. 131-147 Arh. vjesn., god. 36 (1993) str. Inhaltlich seien die folgenden Ausführungen in drei Abschnitte gegliedert: 1) Beschreibung und Datierung des obgenannten Gewölbe-Freskos in Inn­sbruck. 2) Die Stellung der Innsbrucker Fresko-Darstellung des kroatischen Wappens in der Geschichte Kroatiens. 3) Das entstehungsgeschichtliche Verhältnis zwischen dem Wappen von Kroa­tien und jenem von Slavonien. 1. Beschreibung und Datierung des heraldischen Gewölbe-Freskos von 1495 in Innsbruck und des darin enthaltenen Wappens von Kroatien Dieses Deckenfresko befindet sich im Arkaden- oder Laubengewölbe des Hauses Herzog-Friedrich-Straße Nr. 35 in der Altstadt von Innsbruck, welches Haus sich zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Freskos im Besitz des Innsbrucker Stadtrichters Walter Zeller d. À. befunden hat. 3 Ihm hat der nachmalige Kaiser Maximilian I. am 19. März 1495 ad personam das Recht verliehen, auch Kriminalfalle zu judizieren. 4 Normalerweise nämlich verfügte das Innsbrucker Stadtgericht nur über die Niedere nicht aber auch über die Hohe oder Blutgerichtsbarkeit. Wohl aus Dankbarkeit für diese persönliche Auszeichnung hat hierauf Stadtrichter Walter Zeller das Decken­gewölbe seines Laubenhauses mit jenem heraldischen Fresko zieren lassen, welches nun Gegenstand unserer Betrachtung sein soll. 5 Im Zentrum zeigt dieses Fresko einerseits den Quaternionen- Doppelad­ler des Heiligen Römischen Reiches mit dem Bild des gekreuzigten Christus 6 und andererseits - Kopf an Kopf zu diesem - die persönlichen Wappen und Symbole Maximilians, wobei dieser Teil des Freskos nach 1508 bzw. vermu­tlich um 1515/16 zugleich mit anderen Teilen des Freskos dahingehend ab­geändert worden ist, daß man an die Stelle des einköpfigen schwarzen Ad­lers, den Maximilian als römisch-deutscher König von 1486 bis 1508 geführt hat, nach seiner Annahme des Titels eines »Erwählten Römischen Kaisers« hier den dem Kaiser zustehenden Doppeladler aufmalen hat lassen. Umge­3 Franz-Heinz Hye, Neues zur älteren Geschichte des Kohleggerhauses (Herzog-Frie­drich-Straße 35) und der Innsbrucker Bürgerfamilie Zeller. In: Tiroler Heimatblätter Jg. 50, Innsbruck 1975, S. 79-84. 4 Monika Fritz, Maximilian I. und Innsbruck. = Veröffentlichungen aus dem Stad­tarchiv Innsbruck, Nr. 31, Innsbruck 1968, S. 30 (Edition) und Tafel II; sowie Otto Stolz, Politisch-historische Landesbeschreibung von Tirol. 1. Teil: Nordtirol. = Archiv für öster­reichische Geschichte Band 107, Wien 1926, S. 300-319. 5 Wegen dieses ad personam verliehenen Blutbann-Privilegs hat Konrad Fischnaler, Ausgewählte Schriften (Band 2), Innsbruck (1937), S. 7-21 für dieses Quaternionenadler­Fresko sogar die besondere Bezeichnung »Blutbann-Adler« eingeführt und gebraucht, die­ses Innsbrucker Heraldicum dadurch aber weitgehend aus dem allgemeinen Zusammen­hang genommen. 6 Oberhalb der Flügel wird dieser Adler noch von den Wappen der Königreiche Fran­kreich, Sizilien, England und Schottland umrahmt. Siehe dazu Franz-Heinz Hye, Die »fünf gesalbten Könige«. Ein staatstheoretischer Begriff des Spätmittelalters. In: Kirche und Staat - Festschrift für Ferdinand Maass SJ. Wien 1973, S. 113-119. 132

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