ARHIVSKI VJESNIK 19-20. (ZAGREB, 1976-1977.)

Strana - 159

Institut einmal in den gewünschten Gang zu bringen, und die diesfälligen Be­mühungen der Komitaten, sowohl als des aufgestellten Schulen— Inspectorats nach Pflicht und Kräften unterstützen zu helfen. Sondern es wurde auch den Gespanschaften mehrmalen nachdrücksamst aufgetragen, auf die häu­figere und fleissigere Abschickung der Kinder in die Schulen durch ernst­liche und wirksame Betreibung unablässig zu dringen, wie nicht minder die schleunige Herstellung der Schulhäuser, Herbeyschaffung der erforderlichen Geräthschaften, Abführung der kontraktmässigen Lehrgebührnissen, und über­haupt alles hierzu gedeichliches sorgsamt und unverdrossen anzukehren. In Betref der jenigen Ortschaften hingegen, deren Häuser zerstreut und zu weit von einander entfernt sind, kan ich nicht umhin gehen, die in meinen beyden Berichten des vorigen Jahrs gemachten Vorschlag zu wiederholen, dass nämlich die zerstreuten Häuser solcher Dörfer näher zusammen gezohen werden müssten und zwar aus nachsthenden Beweggründen: weil a) so lang diese Dörfer in solcher Beschaffenheit bleiben, dass die Häuser weit von ander entlegen sind, weder die Einführung des Schulen—Instituts und dessen guter Fortgang, noch eine bessere Wendung der Sittlichkeit bey dem Landvolk zu hofen ist, indem aber diese veite Entlegenheit der Häuser auch Ursach ist, dass b) selbst die politischen Verordnungen auch bey aller Strenge nicht können vollzogen werden, weil Richter und Notar sowohl von ein ander, als von Einwohnern der Gemeinde weit entfernt sind. Sie macht ferner, dass c) die Unterthanen weder Liebe zum Landesfürsten oder ihrem Grund—herrn, noch viel weniger aber unter sich eine Verträglichkeit haben. Diese Zerstreuung der Häuser ist auch Ursach, dass d) in solchen Dörfern kein Gemeindehirt Platz greifen kan, sondern ein je­der Hauswirth muss unumgänglich seinen eigenen Viehhirten halten, und zwar nach Verschiedenheit des Viehstandes ihrer auch mehrere haben. Hierzu wird nur die schwächere Jugend verwendet, weil die stärkere zu Feld—und andern schweren Arbeiten gebraucht wird und dadurch wird die schwächere Jugend von Belehrung der Schule nothwending abgehalten. e) Die Vermischung der Jugend beyderley Geschlechts auf den Hutungen, hat ausserdem auch die verderblichste Folgen auf die Generation und auf die Stärke der Gliedmassen des Volks. Und endlich f) da solchergestalten der Landmann von der Kindheit in Wäldern, Öden und Wildnissen aufwächst, und als erwachsener Mensch enfernt von Nachbarn und menschlicher Gesellschaft lebt, und noch weiter enfernt von seinem Se­elsorger, den ersten Grund zur Religion und zur Moralität nicht erhalten kan. So wird er nicht allein bey diesem Umstand leutscheu, sondern auch Menschen­feind und bekömmt den Hang zur Dieb—und Rauberey, und zu mehr andern Lastern, die er als sträflich sich vorzustellen nicht einmal im Stand ist. Was hingegen den oben sub 3tio berührten Umstand ins besonder betriff, dass nämlich der Schullehrer von Sziszek seit 4. Jahren her seine Proven ten von dem Agramer Domm—Kapitel als Orts—Obrigkeit, nicht erlangen kan, so wäre ich der unmassgeblichen Meinung, dass ohne dem besagten Domm— Kapitel die Einkünften zu beschränken, ein zureichender Fond die Schulle­hrer auf den kapitular Dörfern zu bezahlen, und die Schulhäuser samt den dazu gehörigen Geräthschaften herzustellen, sich finden lassen würde, wenn 159

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