ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)

Strana - 478

Dokumentes, weil,eine formele äussere Analyse eines Dokumentes noch nicht das Recht hat, zu einer solchen Schlussfolgerung. Das würden einzig erstens die Resultate einer inneren Analyse des Inhaltes des Freibriefes, zweitens Vergleich mit dem Freibrief König Belas aus dem Jahre 1220, und schliesslich die Gegenüberstellung dieses Freibriefes zu anderen geschichtlichen Quellen in denselben Fragen, ergeben. Davon ausgehend vergleicht der Autor diesen Freibrief mit den besagten des Königs Bela, denn schon auf Grund der Einschrenkung des Urteilspruches der städlischen Richter in dem späteren Dokument Belas, gegenüber der vollen gerichtlichen in dem früheren Andreischen Dokument, lässt ahnen, dass es sich hier auch um ein materieles Falsifikat handeln kann. Dieselben Resultate erchielt der Autor auch durch das Studium der rechtlichen Stellung der »hos­pites«, als Gründer der mittelalterlichen Städte Slavoniens, zu der Zeit der Herausgabe dieses Dokumentes. Auf den Zweifel an der materiellen Echtheit des sogenannten Andreischen Freibriefes aus dem Jahre 1209., führen den Autor die Tatsache eines entwickelteren Aussenhandels, hin, nach dem An­dreischen Freibrief, welche Tatsachen der jüngere Freibrief Belas nicht kennt. Zur gänzlichen Uberzeugung, dass der problematische Freibrief auch ein materieles Falsifikat ist, führt den Autor die Rekonstruirung der Struktur der Landbesitze in der engeren Umgebung von Varaždin darauf, nachdem sich innerhalb der rekonstruirten Grenzen, noch viele andere Landbesitzer befanden. Endlich, die Zeit der Entstehung des Falsifikates mit seinem historischen Ziel verbindend, verwirft der Autor die These Tanodis über den Beginn des XIII. Jahrhunderts, und stellt die Hypothese von der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts auf, und zwar die Jahre zwischen 1407—1428. Zu dieser Zeit führte die Stadt Varaždin die letzten Prozesse, genau über so viel Landes­territorium, wie es dieses Falsifikat einerseits beschreibt; und anderseits wurde im Jahre 1407. das letzte mal der echte Freibrief Belas bestätigt, und im Jahre 1428. erscheint dieses Andreische Falsifikat. Dieses Falsifikat erhält im Jahre 1442., durch Ulrich Grafen von Cilli seine rechtliche Publizität. Die Lösung des Problems über die Echtheit des bis heute erhaltenen Andreischen Freibriefes ist nur von formellem Charakter. Der autentische Freibrief Belas hat uns nähmlich im Jahre 1220. zur Kenntnis gebracht, dass König Andreas tatsächlich Varaždin das Recht einer freien und königlichen Stadt erteilt hat und erwähnt, dass dieser Freibrief verbrannt ist. Trotzdem bleibt Varaždin die erste Ansiedlung der »hospites« mit dem Freibrief einer freien und königlichen Stadt des mittelalterlichen Slavoniens. — 478 —

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