ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)

Strana - 40

Für die Berner Studienkonferenz der Z. O. f. d. F. 1) welche ursrünglich für den 15. Oktober geplant war und wegen Pass — und Durchreiseschwierigkei­ten verschoben werden musste, zeigte sich in der Monarchie lebhaftes Inte­resse, namentlich der pazifistischen und sozialistichen Kreise, und es laufen ständig Anfragen, anmeldungen etc. durch die hiesigen Stelle, 2) aus denen das folgende, von verschiedenen Mitteilungen in der Presse teilweise abweichende Bild gewonnen wurde. Der grosse Fragenkomplex, welcher sich bei dem Versuch einer fried­lichen Entwicklung der internationalen Beziehungen aufrollte, wurde von der Zentralorganisation dem Studium von 9 internationalen Kommissionen über­wiesen, in welcher Angehörige aller kriegführenden und neutralen Staaten vertreten sind. Die Referente der einzelnen Kommissionen sind Angehörige der 6 neutralen Staaten. Die Aufteilung der Arbeiten geschah nacht folgenden Schema: 1. Prinzip der Nichtannexion: Plebiscit. — Referent: Baron Th. Adel­swaerd, Stockholm. 2. Nationalitätenproblem. — Ref : Prof. Dr. H. Koht, Christiania. 3. Handelsfreiheit, Prinzip der »offenen Türen«. Ref. Prof. Dr. L. v. Birck, Kopenhagen. 4. Die Haager Konferenz. Ref.: Chr. L. Lagge, Christiania. 5. Schiedsgericht; internationaler Rat für Enqueten und Versöhnung. — Ref. Dr. B. C. Loder, Haag. 6. Internationale Sanktion. Ref. Prof. Dr. André Mercier, Lausanne. 7. Einschränkung der Rüstungen. Prof. Rafael Altamira, Madrid. 8. Freiheit der Meere. Ref. Dr. Th. Heemskerk, Haag. 9. Parlamentarische Kontrolle der auswärtigen Politik. Réf. J. Scherrer­Füllerman, St. Gallen. Um die Referate der Einzelnen Kommissionen, velche bereits in 4 Bänden zusammengefasst vorliegen, der Beurteilung einer internationalen Körperschaft zu unterwerfen und die Gründung eines Bundes der Nationen zu erwägen, wird nun definitiv für den 12. November und die folgenden Tage der Studienkonfe­renz nach Bern einberufen. Zusammenkunft: 12. November 1917. 3 Uhr Nachm. in Casino in Bern. Es wurde ausdrücklich betont, dass die Mitglieder der Kommissionen zu der allg. Konferenz als Privatleute eingeladen werden und dass die Bedingungen des künftigen Friedens was territoriale und finanzielle Fragen betrifft, nicht im geringsten berührt werden. Das Verzeichnis der Teilnahmer aus den verschiedenen Staten ist folgen­des (die Angaben in Klamern sind durchgelaufenen Korrespondenzen etnom­men) Österreich: Hof rat Dr. H. Lammarsch, Salzburg (wurde einigemale dringend eingeladen und ist in der Teilnehmerliste bereits eingetragen). Abg. Prof. Redlich, Wien (hat seine Teilnahme angemeldet). Korn. Rat. Julius Meindl, Wien (hat sich angemeldet). Dr. A. H. Fried, Bern (scheint der Haupturheber des Gedankes der Konfe­renz zu sein). — 40 —

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