ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)
Strana - 187
Korvettenkapitäns ACKERMANN, Kommandanten der Station, hervorheben, welcher durch das sofortige Verlassen des meuternden Raumes und sein Abziehen in die innere Bucht förmlich das Beispiel gab, wo sich die noch treuen Einheiten zu versammeln hätten. Dieses Beispiel war, wie schon oben erwähnt, von guter Wirkung. Ziehe ich alles in Betracht, so muss selbstverständlich die Meuterei schärfstens verurteilt werden und auch ihre Sühne finden, wobei aber immerhin die grösste Milde am Platze ist, denn der grösste Feind der Marine und des Soldaten überhaupt ist die Untätigkeit ,und sieht man von wenigen Aktionen ab, so ist die Mannschaft bereits das vierte Jahr auf den Schiffen in förmlicher Abgeschlossenheit. Hiezu kommt der Umstand, dass viele Mannschaften dies auch länger als das vierte Jahr, also fünf bis sechs, vielleicht auch mehr Jahre ertragen. Klagen über Verpflegung kommen hinzu, die ich wohl nicht hoch bewerten kann, weil sie überall ,auch an der Front, dann bei den Landtruppen im Kriegshafen selbst vorkommen, aber immerhin geeignet sind, die Stimmung zu beeinflussen. Weiters klagten die Admirale über Mangel an Beschuhung, welcher es ihnen unmöglich mache, die Mannschaft am Lande zu beschäftigen, auch schon deshalb nicht, weil die Stände der Schiffe eine auswärtige Beschäftigung nicht zulassen und sie immer zum Auslaufen bereit sein müssen. Diesen letzteren Einspruch liess ich bei meiner letzten Inspizierung nicht gelten und empfahl, abwechselnd kleinere Landungsdetachements zu bilden und im Terrain schon aus dem Grunde zu üben, weil die Mannschaft endlich und schliesslich bei einer Blokade auch am Lande verwendet werden müsste. Eine schärfere Militarisierung der Marine und ein Grösserer Kontakt des Offizierskorps mit der Mannschaft wäre jedenfalls am Platze. Die Mannschaft ist zweifellos den tschechisch-südslavischen Inspirationen erlegen und es wäre deshalb auch allen politischen Behörden in diesen Gebieten das grösste Augenmerk gegen alle hochverräterischen Treibereien aufzutragen. Was namentlich im Süden der Monarchie, speziell in Krain, Kroatien und Slavonian auf diesem Gebiete geschieht, erinnert lebhaft an die Zeiten unmittelbar vor dem 28. Juni 1914. Es entstehen neue Blätter mit monarchiefeindlicher Gesinnung und selbst die Schuljugend stimmt schon für die südslavische Deklaration. In Dalmatien selbst ist die Einführung der Staats-polizei in der Bocche und dann bald auch in Ragusa und Spalato ein Gebot dringendster Notwendigkeit Der Offensive der Hochverträter müsste überall sofort und energisch entgegentreten werden, damit es nicht zu spät wird. Ein Übergreifen der südslawischen Bewegung auf Bosnien , und Hercegovina werde ich zu verhindern trachten. Während bei den nördlichen Nachbarn von mir völlige Freiheit in dieser Beziehung herrscht, so ist diese Aufgabe in Bosnien und Hercegovina nur schwer zu erfüllen. Wiederholt bin ich für eine einheitliche Politik und ein ednheiüiches Verfahren im Süden der Monarchie eingetreten, wurde jedoch stets auf die verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen verwiesen. — 187 —