K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)
Johann v. Diviš-Čistecky: Stadtarchive in Ostböhmen
Stadtarchive in Ostböhmen. 93 Ur bura rz Panstwy Nowohradského. Nővé Hrady 1685, böhmisch geschriebenes Urbárium. Ein deutsch geschriebenesBuch: Registrum Taxe Civitatis Polonen. de Anno MDLIII1 (1554) Pag. I. Prima pars Civit. (Rechnungen). Bible K rálická. Ein schönes, vollkommen erhaltenes Exemplar der berühmten sechsbändigen Bibel der „Böhmischen Brüder“, welche in den Jahren 1579—1593 unter dem Protektorat des Herrn Johann von Zierotin (und auf dessen Kosten) in dem mährischen Dorfe Králice gedruckt wurde. Sechs Bände mit schön gepreßten Einbanddeckeln. Dieses Prachtexemplar der nunmehr so seltenen Bibel stammt aus dem Nachlasse des verewigten böhmischen Schriftstellers Alois Adalbert Sembera, des gewesenen Professors der böhmischen Sprache und Literatur an der Universität in Wien (geboren 1807 in Hohenmauth). Zahlreiche Kupferstiche von Josef Sembera (einem Bruder des Prof. Alois S. geh. 1794 in Hohenmauth) zieren die feuchten Wände des unheimlichen Interieurs des Turmes. Diese Kupferstiche sind meiner Meinung nach beachtenswert, weil sie viele Ansichten von Kirchen, Schlössern, Städten und Landschaften in Böhmen in den Jahren 1820 bis 1844 gezeichnet, darstellen. Bemerkenswert ist z. B. ein großes Blatt, welches die Feuersbrunst der Stadt Hohenmauth im Jahre 1816 darstellt. Auch andere Städte und denkwürdige Bauten aus den Gegenden Beraun, Saaz, Rakonitz u. a. hat Sembera abgebildet. Wie mir der eifrige und äußerst opferwillige Kustos des städtischen Museums, Herr Josef Sima, Schuldirektor in Hohenmauth, mitteilte, sollen zahlreiche Kupferplatten (Matrizen) Sembera’s sich im Landesmuseum in Prag befinden, viele sind jedoch verloren gegangen und deren Abdrücke sind nicht mehr vorhanden, oder in unbekanntem Besitze.