K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)

Johann v. Diviš-Čistecky: Stadtarchive in Ostböhmen

90 Johann von Divis- Cistecky taffel — für J. G. Herrn Obristen Kämmerer d. K. B.“ aus den Jahren 1659 — 1695 und verschiedene Urkunden, welche sich entweder auf das ganze Land oder auf Städte und Herr­schaften (neben den oben genannten sind noch vertreten: Deutsch-Brod, Chrudim, Windisch-Jenikau, Konopist, Lipnic, Hohenmauth, Prag, Svetlá, Zleby u. a.) beziehen (620 Stück). Was das Material aus dem 18. und 19. Jahrhunderte betrifft, so steht schon jetzt fest, daß in den Wirtschafts­büchern, in den Sammlungen der Kreis- und Reichspatente, in den vielen amtlichen Akten und privaten Briefen eine fast unerschöpfliche Quelle für die Geschichte des unter­tänigen Volkes und aller seiner wirthschaftlichen und sozialen Verhältnisse im 18. und 19. Jahrhunderte, und das nicht nur auf der Leitomischier Herrschaft, sondern auch in Dürnholz, Dux, Ober-Leutensdorf u. s. w. vorhanden ist. Auf Grund dieser Registratur können wir hauptsächlich auf der Leitomischier Herrschaft den ganzen herrschaftlichen Wirtschaftsbetrieb und das Leben der Untertanen vom Jahre 1533 bis auf unsere Zeit verfolgen. Die Archivalien der Stadt Hohenmauth. Das städtische Museum. Die reichhaltigen Sammlungen des städtischen Museums sind gegenwärtig zum großen Teile in einem alten Thurme und zwar nur sehr notdürftig untergebracht1). *) *) Das ehemals Wratslawer, jetzt Prager Tor genannte Ge­bäude stammt aus dem 14. Jahrhundert. Anläßlich der im Jahre 1882 gepflogenen Vorbereitungen behufs einer — leider zu weit gehenden — Renovation dieses Turmes wurden in den inneren Fensternischen zwei Mauersteine entdeckt, die auf polierten Flächen Inschriften zeigten. Der lateinische Text lautet: „ . .ich sedebat in Ture“, der andere, hebräische Text wurde vom Universitätsprofessor David Heinrich Müller also entziffert: „Castell Mauth Izschak Chober-Mardocliai Morchel Jacob Rachmiel-Menasco Sehlomel“ Die Charaktere der Buchstaben beider Texte deuten aufs 14. Jahr­hundert, zu welcher Zeit dieser Thurm als Gefängnis verwendet wurde.

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