K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)

Johann v. Diviš-Čistecky: Stadtarchive in Ostböhmen

Stadtarchive in Ostböhmen. 103 nierten Archivalien wurden dem Verderben und der Ver­schleuderung preisgegeben. Wie mir einige Herren mit­teilten, haben die Kaufleute, Krämer und andere Klein­händler in Poliőka ihren Bedarf an Papierdüten jahrelang aus den Vorräten der alten Registratur gedeckt, ohne daß diesem Vandalismus Einhalt geboten wurde. Dem im Jahre 1882 begründeten Musealvereine gebührt das Verdienst um die Rettung und weitere Erhaltung der spärlichen Überbleibsel eines allem Anscheine nach einstmals trefflich angelegten und bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts in Ordnung gehaltenen Stadtarchivs. Der Musealverein übernahm die vorhandenen Überreste von der Gemeinde und sammelte auch Vieles, was unter den Stadtbewohnern zerstreut war, namentlich eine große Anzahl von alten Urkunden. Nunmehr befinden sich die Archivalien als inte­grierender Bestandteil des Stadtmuseums im Hause des Bürgermeisters Herrn Joh. Nebuda auf dem Ringplatz. Im Ganzen sind sieben Lokalitäten mit diversen Objekten an­gefüllt, beinahe überfüllt. In einem nicht ganz feuersicheren Zimmer, dessen Beleuchtung entsprechend ist, hat man die Archivalien in mehreren Bücherschränken musterhaft ge­ordnet untergebracht. Der dortige Fachlehrer, Herr Weuzl Batik, hat sich der großen Mühe unterzogen, Regesten der Urkunden zu verfassen und ein musterhaft übersicht­liches Inventar (Katalog) anzufertigen. Das Archiv zerfällt in fünf Gruppen: A. Offentliehe Urkunden: 1. die Stadt Poliőka betreffend 367, 2. fremde Urkunden 241; B. Zunftwesen 50; C. Privaturkunden 135; D. Geschriebene Bücher 168; E. Gedruckte Urkunden 122; Zusammen 1083 Stück. An das Archiv reiht sich zweckmäßig eine größere Bibliothek an, die im Ganzen 1018 Bücher enthält; darunter

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