K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 6. (Wien, 1907)
Johann v. Diviš-Čistecky: Stadtarchive in Ostböhmen
98 Johann von Divig - Cistecky Schweden verursachten Verwüstungen im Jahre 1648. Tabellen III—IV. Gesamtausweis über die Ernte im Jahre 1646, 1648, 1649. Tabelle V. Viehstandverzeichnis 1649. Tabelle VI. In diesen Tabellen (J. 1692) sind sämtliche Bewohner: Männer, Frauen, Kinder, Knechte, Mägde in der Stadt Senftenberg mit ihren Namen angeführt und die ihnen zukommende Steuerpflicht verzeichnet* 1). Dieses Verzeichnis der Bevölkerung aus dem Jahre 1692 kann als die älteste Volkszählung in Senftenberg bezeichnet werden. Aus diesem Verzeichnis ersehen wir, daß Senftenberg damals 848 Bewohner hatte. Diese waren auf 129 Behausungen ansäßig und darunter finden sich 61 Handwerkerunternehmungen. Die Senftenberger nährten sich also vorwiegend vom Handwerk, daneben betrieben sie Ackerbau. Das Pfarrarchiv. I. Matri ken. Libri baptizatorum und Libri copulatorum beginnen mit dem Jahre 1657, Libri defunct, erst mit dem Jahre 1784. Gedenkbücher. Es finden sich auf dem Pfarramt zwei Gedenkbücher. Das ältere Buch war offenbar im Besitze der Stadtgemeinde, wurde im Jahre 1645 begonnen (und zwar vom Stadtschreiber Mikulass Ciäek), aber es kommen auch ältere Memorabilien vor, so daß wir ein noch älteres Gedenkbuch voraussetzen können. Im Jahre 1810 hat der Stadtbeamte Ant. Zdobnicky die große Feuersbrunst mit eigener Hand beschrieben. Das zweite Gedenkbuch hat bis zum Jahre 1682 dieselben Nachrichten, die in dem ersteren eingetragen erscheinen. Erst vom Jahre 1682 au finden wir Denkwürdigkeiten (zumeist geistliche Angelegenheiten) verzeichnet, *) Die Steuer wurde so bemessen, daß 1 Mann = 24 Kreuzer, 1 Frau = 12 kr., 1 Kind = 6 kr, 1 Knecht = 9 kr., Dienstmagd = 6 kr., beim Weiden des Viehes beschäftigte Magd = 3 kr, als „Hauptsteuer“ (dan hlavni) zu zahlen hatten.