K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 1. (Wien, Leipzig 1888)
Gerichtsbezirk Sarnthal
Rein.swalcl. — Sarnthein. ]57 5. Sarnthein. Pfarre jedenfalls seit 1211, 1396 übertrug Bonifaz IX. das Patronat dem Deutschen Orden, doch erst 1468 verzichtete Herzog Sigmund darauf. Hier auch Sitz der politischen Gemeinde, welche das ganze Sarnthal umfasst, das zugleich von jeher einen eignen Gerichtsbezirk bildete. Seit dem 14. Jahrh. war das Gericht pfandweise an verschiedene Familien gekommen, zuletzt an die Grafen von Sarnthein, doch behielten die Hauern bis zuletzt ihre Eliafttädinge unter Vorsitz des Richters oder Pflegers bei. K i r c h e n a r c li i v. Bis zur Herstellung geeigneten Locales (in der Kirche) im Widum aufbewahrt; die Archivalien der Filialen S. Cyprian, S. Valentin. Astfeld und Nordheim nicht gesondert. Urbare, a) Universis etc. pateat quod Witmarus de Innsprukka plehanus plebis s. Marie in Serntein a. d. 1377 die 24. inartii librum censuum dotis predicte plebis, qui in vulgari dicitur Urberpuech quique liber pro senectute et cecitatis defectu non potuit legi, in hanc formam renovavit, qui liber scriptus fuit ante 98 annos. Pérg. Quart in altem Holzdeckel, hochwichtig, b) Daz ist unser frawn Urbarpuch an Pliarrkirchenn in Saerntein und ist vernewet zu S. Jacobstag in dem (13)96. jar darnach und diu frümess bestätet ist. Perg. Fol., 2 Bl. Papier mit Eintragungen von 1397. c) Vom Pfarrer Ludwig de Petzschaw angelegtes Urbar von 1501, Pap. Oct. d) Urbar von 1504 „Abschrift des alten“. e) Urbar 1621 vom Pfarrer Petrus de Mariolis angelegt. Canoniscbe Bücher. Taufbuch seit 1593, Traubuch seit 1594, Todtenbuch seit 1602. Kirchenrechnungen. Kirchprobstrechnungen von 1629, Extract über Kirchenbau von 1644, über Orgelbau von 1693—94, Bruderschaftsrechnungen seit dem 18. Jahrh. Geschichtliche Handschriften. Zwei Archivskataloge des vorigen Jahrh., welche schon die Eintheilung in die noch heute bestehenden beiden Kirchentrühelen zeigen. Acten. Zu erwähnen: Kosten der Visitation von 1767.*) *) Die Widumsbibliothek enthält einige werthvolle Incunabeln, so : Bibel der Koberger von 1483 in 2 Folianten, Compilatio decretalium Gregorii IX. Venetiae 1482.