K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 1. (Wien, Leipzig 1888)
Gerichtsbezirk Kastelruth
100 Bezirk Kastelruth. 2. Kastelruth. Pfarre ab immemorabili, bereits 1273 erwähnt. Kirchenar chiy. Im Widum aufbewahrt. Die Archivalien der Filialen Seis, Tagusens, S. Oswald, S. Michael, S. Maria auf dem Kofel, S. Anna in Ploi, S. Valentin, S. Vigil, Tisens nicht streng gesondert. Urbare. 1486. Hie sind vermerkt die Gilten die gen Kastelrut in Widum gehen, ferner von 1546, 1555, 1575 mit Inventar, dann aus dem 17. Jahrh. (zu Einbänden theilweise theologische Hss. des 10. —11. Jahrh. verwendet), Urbarbuch U. L. Frauen- und Erhartsbruderschaft von 1522. Canonische Bücher von 1578—1580 in Copie, von da an im Original. Kirchenrechnungen seit 1533, Brudermeisteramtsrechnungen seit 1639. Geschichtliche Handschriften. Inventar von 1575 s. bei Urbare, Urkundliches Inventar von 1695, Inventar der Gilten und briefl. Gerechtigkeiten U. L. Frauen- und der S. Erhardsbruderschaft von 1576 ff., Calendarium et ordo omnium parrochialium functionum von 1708, Calendarium von 1745, Buch der Rosenkranzbruderschaft mit Mitgliederverzeichniss seit 1653. Acten. Zu erwähnen: 1489 Quittung des Bernard Horneck über eine vom Vicar von Kastelruth empfangene Steuer, 1510 Bestätigung des Kriegshauptmanns v. Liechtenstein 20 Kastelruther gemustert zu haben (ähnliche Acten- stücke aus den folgenden Jahren); grosse Zahl von Rechnungsbelegen seit dem 16. Jahrh., darunter ein Spanzettel von 1545 über Aufstellung der Kirchenuhr, zwei desselben Jahrh. über Glockenguss, Quittungen über Soldzahlung etc. Urkunden. 1295 Apr. 13, Rom. Ablassbrief von 12 Bischöfen für die Pfarre und Filialen. Or. Perg. 9 S. pend. 330