Evangélikus Elemi Iskola, Budapest, 1882
B) Chronik. Jede Schule hat eine doppelte / ufgabe zu erfüllen; denn einestheils soll sie die Jugend mit denjenigen Kenntnissen und Fertig' eiten ausrüsten, die sie einst in ihrem späteren Berufe nöthig haben wird, andertheils übernimmt sie aber auch die Verpflichtung, durch ihre Erziehung dahin zu wirken, dass die Jugend sich diejenigen sittlichen Eigenschaften erwerbe, auf denen allein sowohl ihr irdisches, wie das Leben Jenseits beruht und beruhen kann. Damit nun unsere Schule dieser doppelten Anforderung von Jahr zu Jahr je mehr entspreche, scheute unser löbl. Presbyterium weder Mühe, noch Kosten, um — indem es die etwaigen Mängel und gemachten Erfahrungen in seinen Sitzungen prüfend überblickte, dort stets verbessernd nachr.u- heifen, wo dies noth that. Von solchen, die Opferwilligkeit unserer Gemeinde manifestirenden, verbessernden Aenderungen können wir auch in dem diesjährigen Programme Meldung erstatten. So lies das löbl. Presbyterium, zu der Ueberzeugung gelangt, dass die Schulsäle der ersten Knaben-, w'e der ersten Mädchenklasse den Ansprüchen, die man aus hygienischen Gründen an ein Schulzimmer heutzutage schon mit Recht stellt, nicht ganz entsprechen, zwei, nicht unbedeutendes Einkommen abwerfende Wohnungen im Schulgebäude zu zweekmässigen Schul zimmern adaptireny liess zudem die Knabenklasse mit den anerkannt besten Utensilien versehen, richtete da.1 durch diese Adaptirung leer gewordene Schulzimmer zum Gym- nasial-Bibliotheksale ein und überliess das andere dem Lehrkörper zur Kanzlei. — Ferner, geleitet durch die Ueberzeugung, dass der T urn unterricht auf die Körperbildung der heran- wachsenden Jugend einen wohlthätigen Einfluss ausübt, und hoffend, dass es einen von den geehrten Eltern längst gehegten Wunsche entgegenkommet, liess das löbl. Presbyterium die gegen die Karlsgasse gelegenen Gewölbslokalitäten des Gymnasial Gebäudes in einen Turnsaal verwandeln und entsprechend einrichten, so dass nun darin die durch ärztliche Untersuchung dazu für geeignet befundenen Schüler der II., III. und IV. Knaben-, sowie der III., IV., V. und VI. Mädchenklasse bereits seit Anfang dieses Jahres systematischen Turnunterricht erhielten und zwar unter der fachkundigen Leitung des dazu eigens angestellten diplomirten Turnlehrers, Herrn Stefan Szőke, sowie unter der Aufsicht eines seitens des löbl. Presbyteriums hiezu besonders exmittirten Turncomités.*) Hinsichtlich der steten Entwicklung unserer Schule ist ferner jener nicht unbedeutende Moment zu verzeichnen, wonach die bisher combinirten V.—VI. Mädchen k lassen schon vom nächsten Schuljahre an getrennt und alsl. *) Hr St. Szőke ist auch gesonnen, in den Ferien einen Turnkurs zu eröffnen, worüber diejenigen geehrten Eltern, die ihre Kinder auch dann turnen lassen wollen, von demselben täglich von 10—12 Uhr im Turnsaale nähere Auskunft erhalten können.