Bizalmas Értesítések 1939. február
1939-02-16 [1500]
Ve Ra/Ra Berlin, február 16. /Magyar Távirati x roda/ lm Zusaromenhang mit der ungarischen Regierungskrise schreibt die Essener ^ationalzeitung u.a.r Als Imrédy zum Ministerprasidenten berufen wurde, ein i^ann, dem der Ruf eines ausserordentlich klugen und umsiohtigen, gleiohzeitlg aber auch energischcn Politikers voranging, da glaubte man,dass nunmohr die Bahn für oine durchgreifonde Reformpolitik froi gemacht SQÍ. Hintor der Regierung Imrédy standén aber 0o£oh nicht gonügend starko Krafte , um dio Reformén durchzuführen. Die immer starkor anwachSwnde Hungaristische Bewegung konntc keinen Kontakt mit dor Regierung finden. In der letzten Zeit nahmen dio Angriffe der roaktionaren und jüdisoh-liberalen Kreise gegen Imrédy immer stárkere Formen an. Nunmehr steht die ungarische Innenpolitik vör der gleiohen Situation, wie das vorige Mai, nur dass inzwisohen die inneren Gegen sátze eine wesentliche Versohürfung oríahren habén. Man nimmt in Budapester ^reisen allgamein an, dass Gráf Teleki mit der Neubildung der Regicrung botraut werdon wird. Teleki darf als ein konservativer Politiker bozeiohnet werden, vor allém geniesst or in der gelchrten Welt oinon hervorragenden Ruf, Die Frankfurter Zeitung betont, dass im Hintórgarund der Kriso die Judenfrage und die Fragc der Agrárreform die wiohtigsten und am meisten umkampftcn Probleme zu sein scheinen. Auch Fragon áar aussenpolitisoher Art spiolon hinoin, wie sich in der von manohen ungarisohen Kreisen gegenüber der Karpotho-Ukraine eingonommenen Haitung zoigt. Das Hamburger Fremdenblatt sohreibt: Nicmand im Lagor der foudalen Rcaktionare , Magnatonclique, dor jüdisoh-liberalen Wirtsohaft oder der politisieronden kntholischon iC^lche hat te es jc für möglioh goh3.-fl.ton , dass der einstige Notionalbankprásident sioh zu einem leidensohaftliohen Vorkámpfor für dio sozialo und völkischo Erneuorung entwiokoln würdo. Nun aber, da Imrédy mit einor oewunderungswürdigen Energie und Rüoksichtslosigkeit an die Lösung der Juden- und Bodenbesitzfrege herangegangen war, gilt or dor Opppsition als ein nooh grösserer Foind, ala dies unter Umstándon ein ttationalsozialst gewesen waro. Wie schon öfter in dán fergangonen Jahrcn, versuchte man zun-ráohst das deutsch-ungarisohe Freundsohaftsverhaltnis dadurch zu stören, dass man überall verbreitete, das Deutsche Reioh wolle Ungarn zu einer Kolonie machen und Imrédy habe das Judengesetz. nur auf Befehl I Hitlers ausgearbeitet. Wie derűm wurde die pangermanistische Gefahr hervorgezerrt und die Verspeechungen des Ministerpr&sidonten gegenüber dem ungarlandisohen Deutsohtum wo hingestellt, als habo Imrédy die -nationaion Interesscn seines Landos an Deutschlanő varraton. Dioser Versuch brach aber ki in dem Augenblick klaglich zusammen, als Csáky naoh Berlin reiste und vor der ganzen Welt wieder einmal bestatigt wurde, dass die deutsch-ungarisohe Freundsohaft auf den unerschütterlicfton Pfeilern einer ongen und Vortrauensvollen Zusammenarbéit ruht, Trotzdem hat sioh die OppoSition duroh diesen Misserfolg nicht abs#hreoken lassen. So verbreiteten die jiidisohen -""reise das Gerüoht, dass der Reichsverweser Horthy selbst gegen das Judengesetz sei. Hinzu kommt, dass in letztor ^eit ganz offentsiohtlioh auf Weisaungdes Vatikans aoch der ungarisohe Klérus gegen dio Judenvorlgge Stellung genommen habw. In diosem Zusammenhang wird in eingeweihten Kreisen behauptot, dass SzüllŐ Géza in der Sigensohaft als papstlicher Kámmcrer in'besondorer Mission in Rom geweilt und wichtigo Weisungen des Kardinals Paoelli naoh Budapest migebraoht hat. Imrédy, der ursprünglich von den nationalen Kroisen mit Misstrauen aufgenommen wurdo, konnte in letzter Zoit eine grosso Volkstümliohkoit erringen.