Bizalmas Értesítések 1939. február
1939-02-15 [1500]
Yo /El/t Be r 1 i n , 15. Február fllTl/ Die Berliner Börsenzeitung befasst sich $n einem Artikel unter dem Titel M Eüde der Eretanun^?" mit der rumaenisihen ^us&enpclitik| Hinter den g«po ls térten Türen des Pa la is Stupza in Bukarest seheint sich seit einiger Zeit eine neue Auffassuag von den aussenpolitischen Notwen^idkeiten Humaeniens durohgesetzt zu habén, Dieser Wandel datiert sohon seit der Münchené r Konferenz und dem Wiener Schie dsspruch und haengt mit dem Ablauf der tsohecho-slowakischen Krise zusammen. Offenkundig ist er aber erst mit der Ernenung Gafencus zum Aussenminister geworden. Die Bukarestér Politik musste aus ihrer selbstversohuldeten Isolierung herausxmanpvriert werden um wioder den Anschluss an die neue europaeische Entwicklung zu finden, zu der in erster Linie. der bedeutende Machtzuwachs des grossdeutschen Reiches und der verstaerkfcé Einfiuss der Achse Rom-Berlin in Mittel- und Südosteuropa gehőren. DiesenFeststellungen sind inzvvischen weitere gefolgt, aus denen man wohl schliessen darf, dass R__umaenien nach allén Seiten hin und vor Allém gegenüber seinen Nachbaren eine Verbesserung seiner Beziohungen wünscht, So hiess es in der letzton, am 7. Február erschienene/v Regierungserklaorung, dass Rumaenien bemüht sei aufrichtig und gutglaeubig zu einer mőglichfet vollkommonen Verstaendigung mit Ungarn zu ge lángon, dass cs ferner versuche freundschaftliche Beziohungen zu Bulgarien und zu Sowjctrussland festzulegen. Diese Situation tferlang Vorsicht, denn die Sohwierigkciten und Gcfahren, von denen sich Rumaenien bedroht füh^Xt, habén sich nach übereinstimmender Ansicht der Bukarester Politiker wesentlich vergrőssert, seit dem das etnographische Prinzip seine siogreiche Anwendung gegenüber dem Benes-Staate gefunden hat. Dass Ungarn gegen dessen Revionsbestrebungen früher die Kleine Entente einen genügenden Schutz darzustellen schien, die von Magyarén gesicherten Teile der Slowakei und der Karpathoukraine zurückerhieltm wird als besonders unangenehm empfunden, denn nun könnte sioh der ungarische Revisionsanspruch mit verstaerkter Kraft gegen Rumaenien wenden, in dessen neuen Grenzen über 1.5 Millionen Magyarén lében. Freilioh siedelt nur ein kleiner Teil dieser Ungarn unmittelbar an der Grenaro zwischen Arad, Nagyvárad und Szatmár, die grosse Masse lebt getrennt durch rumaenisches Volksboöen mit 3 Millionen Rumaenen in Siwbenbürgon und als bedeutonde völkisch geschlossene Enkláve unter dem Nc.rn.en Sze.;ler nördlich von Brassó* im linkel der ICrpathen, so dass Ungarn diese Gebiete erst bei Durchsetzung seiner "historischen Ansp|rü.che" beanspruohen könnte. Rumaeniens ablehnende Haltung in dieser Frage , an der auch die Galatzer Ausrpache zwischen den polnischen Aussenminister Beck und König Karol nicht zu aenöern verraochte, war in erster Linie von der Überzeu£ung geleitet, dass wenn Ungarn die Karpathoukraine eingesteckt und daruit im Nordosten seine"historischen Grenzen" wieder erlangt haette, damit ein Pr 1-zo^onzfall für seine gleichfalls historischen Ansprüche auf Siebenbürgcn geschaffen worden waere. Das aber wollte Rumaenien vc-rhindern. /Fortsetzung folgt/