Bizalmas Értesítések 1938. január-június
1936-05-09 [1499]
W i e n, 9, Mai. • • -. » _ Gouverneur'der Postsparkasse Dr. Suresch fllhrte m emem ; 'österreich und Ungarn in ihren wirtschaftlichen Beziehungen ;r betitelten Vortrag untar anderem aus: Als Österreich wieder eine freie Kursbildung seiner kckhrung erreicht hatte, wurden die Olearingvertráge mit einzelnen lándern, die keine Devisenbewirtschaftung hatten, aufgenoben und in den anderen nach kiöglichkeit der Grundsatz der freien Kursoildung zur Geltung gebracht. Nur in dem Clearing-vertrag mit Ungarn war das alte Verrechnungsver-* ha-ltnis lange keit boibehalton.worden. Die Ergebnisse waren besonders für ungarn ungünstig, aber auch für -sterreich nicht befriedigend. In dieser iirkenntnis hat man sich im November 1935 zu einem entscheidenden Schritt entschlossen, der wohl gewisse Harten beinhaltet, aber den einzigen i-.^^.. —ÁS^ZZSZZZZ~ .~ " • iusweg aus dem unbefridigenden Lustand bildet. ü)s wurde véreinbari, dass die ungarische Nationalbank von den Einzahlungen im Clearing ab 27. November 1935 einen oischuss einhebe. Die so gewonnenen Betráge w&rdon zur .Aufbesserung des arlöses der ungarischen Exporteure verwendot worden, Es ist zweifellos nicht gewöhnlich, auf die se ciso flir bereits abgeschlossenc und durchgeíührto Goschkíte dio Berochnungon des Verkáufors_odor Kaufors umzustosson. Dor Modus ist aber damit zu bogründon, dass bei dom seit ITonatcn bekannton Stand des Cloarings mit Ungarn mit diosor odor oinőr ahnlichon Massnahme gcrochnot worden rnussto und dio Vorsicht eine 3o-*~ r'ícksichtigung allfalliger üenderungen des Verrechnungskurses wohl erforderte. Für die ^ukunft aber durfien wir erwarten, aa r :S die neue Vereinbarung das Geschaft mit Ungarn auf eine reale Grundlage stellen werde, die den ungarischen Exprt nach Österreich heben und dadurch zum Punktiorieren des ölearings beitragen werde. Unsere Erwartungen habén ách nun leider bisber nicht érfüllt; aie Clearingspitze ist weiter gestiegen und hat eine betrachtliche Hőbe erreicht. Der Grund mag darin gelegen sein dass unter dem Einfluss der weltpolitischen Jfreignisse oine erhöhte " Naohfrage und Proisstoigorungen für die"wichtigston ungarischen Sxportartikol, insbesondere Getroide und Vieh, eingptreton sind, die dióson ungarischen Erzeugnisson günst gere Absatzmöglichkeiten auf anderen * Markten geboten und Oster.eich veranlasst habén, seinen Bedarf in anderen Landern zu decken. Nun scheint aber wieder Beruhiguna und eine "' Rückbildung der Preise p Platz gegriffen zu habén, unter derén Einfluss die gemischte Kommission im ipnl d.J. eine befriedigende Einigung über die Preise des zu beziehenden ungarischen Weizens und Kehles erzie1en konnte. Uer Zahlungsverkehr hat,durch die kürzlich in Ungarn durchgeführte Nostrifizierung der Wertpapiere eine wesentliche Versteifung erfanren. Diese Massregel bedeutet für Österreich einen schwerén Nachteil. Es ist bogreiflich, dass sich mit Rücksicht auch auf áhnliche. von anderen Staaten getrofienen Beschránkungen des fremden Wertpapíerbesitzes hier oino Schutzvereinigung für österreichischo Vermögensínteressen im A;.sland gebildet hat; wollen wir optimistischer keise der JSrwartung iusdruck gebén, dass solche aus der No t der keit geborene Beschrankungen des Verkehrs zwéschen befreundeten Staaten im gerebenen Beitpunkte einer Anpassung an die Bedürxnisse der irtschaft weichen wérden. /ü'IKB/