Bizalmas Értesítések 1934. október-november
1934-10-16 [1483]
Berlin, 16.Október./Ung.Tel.-Korr.Buraan./ DieJDeutsche Diplo matisch-Politische Korrespondenz veröff entlicht un tor der l'berschrift: "Dr.Benes in Paris" einen Artikel, in dem sie unter anderemsagt: Die Rekonstruktion des Reiseweges der Königsmörder vem Balkan nach Marseille hat, noch ehe zuverlaessige Emzelheiten feststanden, an manchen Stellen üuropes zu tendenziösen Verdaecntigungen und groben Ausiaellen gegen einzelne Laen* der geführt. Jede Vermutung wurde in'gewissen Blaettern mit Genugtuung aufgegriffen, v/enn sie - wenigstens für den oberflaechlichen Leser - die entfernte Andeutung einer Mitverantwortung bes tinimter Laender enthalten konnte. Ein recht unvornehmes und gewissenloses Treibeni' und gerade das Gegenteil der Betaetigung jener Solidaritaet.die die ganze Kulturwelt gagisi gegenüber dem Doppelmord von Marseille empiinden sollte*C£<4<foi A*<uSiStJ 7/aehrend von Prag aus mit deutlicher politischer Absicht unbewies'ene Beschuldigungen gegen Ungarn erhőben werden, die nicht ohne scharfe Zurückweisung bleiben konnten, hat der tschechoslovakische Aussenminister dem neuen Herrn am Quai d"0rsay seinen erfahrenen Hat und seine guten Dienste angebotöli Dr.Benes hat sein eigeres internationales System,dem or die französisene Aassonpolitik sóit vielen Jahren vormoge seiner durch ununterbrochene ubung ' f owonnone Tirtuositaet immer wieder einzuordnen ver standén hat. Aus den ressomitteilungen über deine Unterrodungen mit Laval ergiht sich,dass er wiedorum den Versuch macht,von Anfarg an die Politik: dos gressen VerbündoZen zu dirigieren, um die eigenen Interessen,die nicht in allén Stíleken auch die Gesammtinteressen dor kleinen Entente sind, zu fördern. Dagegen waere an sich nichts einzuwenden. wenn nicht gleichzeitig bekannt würde,dass Dr.Benes die sagenwaertige Situation daz u benutzen will, eine internationale Aktion gegen Ungarn zu insconieren. Er hat in seiner Presse schon vorher verbreiten lassen und nunmehr offiziell in faris die Muinung vertreten,dass der * Anschlag von Marseille nicht als individuelles Attentat zu betrachten sei, sondern unter dem Gesichtspunkt der "moralischen Verantwartung" Üngarns gewürdigt werden misse^ Deshaib müssten die Regierungen der kleinen Entente die Einberufung^ einer ausserordentlichen Tagung des Völkerbundrates für den Monat November fordern,um ihr dio Angol egonhei t zu unterbreiten.Aus Fitt.eilungen,die derCeuvre zu dem gleichen Kapitel macht, geht hervor,dass erst darnach der frarzösische Besuch in Rom und balddarauf ebendort ein Besuch Dr.Benes erfolgen soll. Das sei v ielleicht "das Ende semer Politik, die Italien bisher nach zwei Seiten betrieben habe". Hier zeichnensich die Umrisse eines ganz grossen Manövers, . indom der Völkerbund, die klemé Entente, Frankreich und schliesslich auch Italien als ausführende Organs der tschechoslovakischen Politik taetig werden sollen. Ungarn, dem gegenüber sich die Tschechoslovakei "fon allén l» a endem der kleinen Entente am misstrauischesten und unversöhnlichsten verhaelt, soll eine Lektion erhalten. Víonn die Tat von Marseille auch nicht auf das Kontó Ungarns geschneben werden kann, so soll sie auf leden Pali der Vorwand zu Einleitung eine s Yerfahrens abgebon, bei dem dann Ungarn als das Land des fnedensstörenden RevisionisnuE angeklagt und endlich gezwungen werden soll, sich mit dem Statusguo abzufindonM'Das Unglück von Marseille soll zu einom Glück für die Femde Ungarns werden. E/E w B u d a p e s t , 16. Október. /D.lí.B./ Belgrader Meldungen, kung ungarischer Polizeihohörden zur AufaecMing dos ..arbjillsr Attentats nachgesucht habén soll. /UTKB/