Bizalmas Értesítések 1934. január-június

1934-03-15 [1481]

I :: B e r 1 i n, 15. Maerz /Ung.Tel.Korr.-Bureau/ Die Deutsche Zeitung schreibt aus Rom, dass oazwar die eigentliche Dreierkonferenz noch nicht begonnen hat, schon Schwierigkeiten aufgetaucht sind, die hauptsaechlich in wirtschaftlicher Hinsicht beatéhen. insbesondere was die ungarische Getreideausfuhr nach Gsterreich und Iialien betrifft. In der Deutschen Tageszeitung meldet die Europapress aus Rom ebenfalls, dass Schwierigkeiten in wirtschaftlichem Sinne bei den Ver­hándlungen entstanden sind. Cs/Cs I :: B e r 1 i n, 15. Maerz./Ung.Tel.Korr.-Bureau/ lm Zusammenhang mit dem Tode des Prinzen Sixtus von Parma schreib^ der Tag u.a,: Der Sixtus-Brief brachte zwar den Sonderfrieden nicht zustande, da die Entente die Aufrechterhaltung der Doppelmonarchie nicht gewaehrleisten wolltc. aberor bedeutete eine erhebliche moralische Staerkung der Entente und in dieser Beziehung Verrat an Deutschland. Das Berliner Tageblatt schreibt aus diesem Anlass von einer hinter den Verbündeten aufgenommenen Verbindung mit dem Peinde durch die Habsburger. Cs/Cs übrigen Blaetter aeussern sich auch in aehnlichem Sinne, I :: B e r 1 i n, 15. Maerz. /Ung.Tel.Korr.-Bureau/ Iá Zusammenhang mit den romischen Besprechungen schreibt die Deutsche Allgemeine Zeitung, dass das deutsche Interessé an diesen Vorgaengen durchaus nicht gering sei. Die miteinander verhandelnden oder schon zum Abschluss gelangten Staatsmaenner habén sich zumeist den Anschein gégében, alsob Deutschland bei allén ihren Vorhaben übergangen werden könnte. Diese Auffassung ist natürlich durchaus abwegig, was die Staatsmaenner im Südt»- und Südost­europa zweifellos -wenn nicht offen, so doch im Stillen- zugeben. Die deutsche Regierung verfolgt die Vorgaenge mit Aufmerksamkeit und wird sich zu gége be ner' Zeit bemerkbar zu maciién wissen. In diesem Sinne ist in Belgrád die Reise des südslawischen Gesandten in Berlin nach dort aufgefasst worden, da man diesen Vorgang dahin auslegt, dass er der freundschaftlichen Ausgestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien dienen soll. Dor Tag schroibt: Es zeigt sich bereits, dass die grossen Abwesenáe den, vor allém Deutschland nicht auszuschalten sind, ja dass es schliess­lich von ihnen abhaengt 'ob die lünsche, die jetzt in den Ideen in Rom zum Ausdruck kommen, verwirklicht werden können oder nicht. Das Berliner Tageblatt schreibt unter anderem: Nicht s Kompaktes raubt den Staatsmaennern Europas der Dreierkonferenz wegon den Schlaf. Es ist im Gegenteil die vermehrte Labilitaet der Vorhaeltnisse im Donau­raum, die aus Römischer Demonstration horvorschliessen könnte und darum schon als eine Möglichkeit beunruhigt. Ein ganzes Spiel ist alsó bereits munter in Bewegung. Es wird sich ausdehnen und nichts kann mehr über­raschen. Von den natürlichen Lebensbedingungen hat sich Osterreich nun­mehr soweit entfernt durch die Reise sein.es Kanzlers nach Rom -dass es allerseits viel mehr kosten wird, wieder'auf eine Basis zu kommen, die dem gesunden Mensehonverstand einleuchtet. Das Blatt gibt ausführlich die freundschaftlichen Aeusserun-­gen des ehemlaigen ungarischen Ilinisterpraesidenten Grafen Bethlen wieder. Diese Acuaserungen beétaetigt auch ein Artikel des offiziösen Budapesti Hirlap, in dem es heisst:''Italien kann nur Mit Deutschland gemoinsam semo Ziele^erreichen." Nach diesen zustaendigon Erklaerungen dürfte nunmehr das Raetsel­raten in Rom seinen Abschluss geiunden habén. Cs/Cs

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