Bizalmas Értesítések 1931. január-augusztus

1931-05-09 [1476]

W i e n , 9. Mai.. /Ung.Tel.Korr.-Buroau/ Der Abend laesst 3Ích Folgenc'es aus Berlin melden: Von verlaesslicher Seite erhalte ich folgende sensationelle Mitteilung, wobei mir nachdrücklich erklaert várd, dass die Meldung un­bedingt richtig ist. Naemlich: In Genf wird bei der Erörterung der dautsch-österreichi­sohen Zollunion der deutsche Aussenminister Curtius in aller Form an die ungarische Regierung die Einladung ergehen lassan, der Zollunion beizutre­ten. Der österreicnische Aussenminister Schobor wird dieselbe Erklserung an die. — .J römísche Regierung rich + eb. Sowohl von Budapest, wie von Ronfliogeh boreits grundsaetzliche Zusagen vor, dass die beiden Staaten dieser Einladung Folge leisteh werden. Daraufhin sollen noch in Genf Verhandlungen beginnen. Es heisst dann iri der Meldung weiter: /derartige Es ist zu erwarten. dass die ^iderstaence Frankreichs und der Kleinen Entente noch grcsser sein werden, andererseits ist aber mit Sicherheit danát zu rechneh,., dass durch die^Stellungnahme Ungarns unc. Italien,;Frankreichs Gegnerschaft sehr erschwert sóin wird. _ , Jr mm w L® n ,? 9.I.hi/Privatmeldung des Korrespondenten des Ung. Tel.Korr.Bureau./íie die Korrespondenz Herzog meldet, hat die Hauotleitung der kaisertreuen Volkspartei an den Grafen Albert Apponyi nachstehendes offene Schreiben gerichtet: _ . Ihr im Az Est veröffentlichtes Interview über die von der Tribuna in den letzten Tagén ventilierte Personalunion zwischen dem mo­narchistischen Ungarn und einem republikanischen Osterreich hat in den ; Kreisen der ősterreichischen Leg timisten grosse Erbitterung und Bestür­zung hervorgerufen, umsomehr, als ihre"Aeusserungen gerade am vierzigsten Geburtsfest aer Exkaiserm Zita fielen, bei der Sie, Herr Gráf, leider " persona gtejEjtissima sein sollen. Für die ősterreichischen Legitimisten un­ter Führung der kaisertreuen Volkspartei bedeutet diese Enunziation ge­rade an dieseoFesttage eine grosse Taktlosigkeit und Verirrung.Nur die ' Hoffnung,dass Exkaiserm Zita endlich einmal aus ihrer bisherigen Lethar­gie erwachen und bezüglich der Restaurationsfrage der Habsburger in Oster­reich und Ungarn deziaiert Stellung nehmen wird, laesst die ősterreichi­schen Legitimisten in ihrem bisherigen zielbewussten Tirken für die Do­naumpnarchie unter líabsburgs Scepter nicht erlahmen. Unter allén Umstaendon erachtet die hauptleitung der kaisertreuen Volkspartei es als nicht sehr opportun, wenn Herr Gráf Ihreii beabsichtigten Vortrag in r 7ien über Einla­dung des Kulturbundes haltén wollen, denn die Erbitterung und Bestürzung " unter den Mitgliedern der kaisertreuen Volkspartei infolge Iltrer obgenann** ten Unterredung ist eine derartige. dass Herr Gráf bei Ihrem Wiener Vor­trage grosse Gefahr laufen, Demonstrat ionén durch Pfujrufe etcetera und sonstige Hehinderungen zu erieben.

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