Bizalmas Értesítések 1928. február-december
1928-11-02 [1472]
:: B G r 1 i n , 2. November. /Ung.Tel.-Kcrr.-Bureau/ Die Deutsche Tagesze itung schreibt zu der Rundreise des französischen General s Lerond in Osteuropa unter anderem: Es galt diesmal um die Krönung der französischen Militaerpolitik durch Schaffung eines gemeinsamen Generalstabes und die Aufstellung gemeinsamer Operationsplaene innerhalb der militaerischen Vasallen Frankreichs in Osteuropa und damit um den Versuch der Verwirklichung französischer Absichten, durch die das militaerische Zusammsnwirken Polens, Rumaeniens , Jugoslawiens und der Tschechoslowakei im Falle kriegerischer Verwicklungen in Európa im Sinne der französischen Hegemoniepolitik im Prieden bereits sichergestellt werden soll. Diese französischen fünsche begegnen aber erheblichen Schwi-erigkeiten, die ihre Gründe in der verschiedenartigsívpolitischeii/Einstellung der einzelnen in Frage kommenden Laender, dann aber in dem bekannten Aiispruch Polens habén, im Rahmen des französischen Bündnissystems in Osteuropa die aus* schlaggebende Rolle zu spielen. Die T Tiderstaende der Tschechoslowakei und Jugoslawiens richteten sich sowohl gegen Frankreich, als auch gegen Polen. Polen hat íhnen gele-gentlich des Aufenthaltes Pilsudskis in Ramaenien durch die Dronung eines Anschlussos an Ungarn und Italien und die Propagierung eines Lilitaerblocks. bestehend aus"Polen, Ungarn und Rumaenien mit enger Annaeherung an Italien,entgegenzuwirkeiv versucht. Es ist bestrebt gewesen, einen Ausgleich in den Gegensaetzen Rumaeniens und Ungarns herőeizufuhren, er hat abor damit anscheinend wenig Erfolg gehabt. Die Bukarest er politischen Kreise wollten von einem solchen Ausgleich nicht nur nichts wissen, zumal da er bérbe igeführt werden sollte auf Grund rumaenischer politischer Zugostaendnisso an Ungarn. Sie empfanden sogar die polnischen Jjostrebungen als unangebrachte polnische Einmischung in rein rumaenische Angclegenheiton und scheuten sich nicht, dieses Pilsudski und seinon militaerischen Hintormaonnern, dem Generalstabschef und dom 1 Oberstc-n Beck.gegenüber in nicht missverstaendlicher Weise zum Ausdruck zu bringen. Die im vergangonen Sommer unter französischer Führung zwischen Polen,. Rumaenien. Jugoslawien und der Tschechoslowakei eingeleiteten Verhandlungen über die Schaffung eines gemeinsamen ííilitaerstabes waren damit zunaechst nicht nur g.scheitert, sie hatten darüber hinaus auch zu neuen Verstimmungen. ' . zwischen dicsen Laendern geführt. Sic zuűoseitigen, dürf te vormutlich in erster Linie Aufgabe der französischen Gcneraole Leróni und Franchet d»Esperey se in.