Bizalmas Értesítések 1926. március-június
1926-04-07 [1469]
Wien, 7,April. /Ung.Tel.-Korr.-Bureau./ Die Wiener Allgemeine Zeitung bespricht die Verhaftung der Burschen in Budapest im Leitartikel unter dem Titel «Ein politischer Aprilscherz" und sagt: Die süberei von der ungarischen Polizei rechtseitig erkannt und dadurch verhindert. ist nicht zu tragisch zu nehmen aber zumindest so ernst zu nehnen, wie die putschaboichten in jüngster Zeit in verschiedenen Laender. 7/as verantwortungslo3e politi3che Hitzköpfe unter FolitJ-k machen verstehen, ist wahrer Un3inn und doch schon die Höglichkeit für das Bntatehen derart verworrenen Aktionén ist ein neuerlicher Beweis für das mitteleuropaeische Elend. Nur Staaten, die durch den Scarrsínn seniler Politiker, die nur von einer Idee, dem ' Austoben ihrer Bache geleitet waren, in Stücke goschlagen, . « ,/durch Gewaltfriedensvertraege für ein Scheindasein zu lebonsunfaehigen Zwergstaaten verurteilt wurden, können die Herde derartiger politischer Schwertreibereien 3ein. Der vereitelte Putsch der ungarischen Bűben ist ein Symptom, ist der Versuch Ohnmacht mit untugendli?hon MitteIn in Macht zu verwandoln. Und er ist das Streben, Grenzen, die als zu eng empfunden werden, zu erweltern und abgesprengte Weltteile zu einer Binheit zusammenzufügen./und Wir österreicher, die einen 5"aint Germain *: alle wirtscha"ftliche Nnt und alle politische Bntkraeftung zu verdanken habén, wir werden mit aller ^chaerfe die Mittellungen verfolgen müssen, welche die Untersuchung im ungarischen Bübcnstreioh in die Öffentlichkeit bringen wird. Denn es kann und darf un3 nicht gleichgültig sain, ob unsere durch , die Grcssmaechte garantierten Grenzon von rauflustigen Banden überschritten werden. Die ungarischen Bűben werden durch die ihnen gebührende Strafo erfahren müssen. welch 1 . hohes Spicl sie treiben wollten und sie werden wohl reichlich Gelegenheit dazu habon darüben nachzudenken, dass die Gowalten welche Mitteleurrpa zartrümmort habén, nicht durch Gewaltaktionen gebrochen werden können. Das • . A wir und die anderen Besiegten brauchen, ist, nicht ein sich gegenseitig Überlisten oder Bedrohen mit Waffengewalt, sendern Friede, Arbeit und VöIkerrersöhnung. Das müssen wir die Besiegten einsehen, das müs3en abor auch die Sieger einsehen und darum ernstlich und rasch ' -c an eino Korrektur der unmöglichen Grenzen denkon. Wien, 7,April, /Ung.Tel.-Korr.-Bureau./ Der Abend meldet aus Budapest zu den geplanten Binbruch ins besetzte Gebiet: Die ganze Sache sieht tiicht merkwürdig aus, wenn man bedenkt, dass es in Ungarn eine Unzahl geheimer und offener Verbaende gibt, welche ausgezeichnet bewaffnot sind und derén Programm bekanntlich darin besteht, die verlorenen Gobiote Ungarns zurückzuerobern. Man 3pricht hier davon, dass die Staatspolizei nur mit dem grössten Widerwillen die von der Regierung verlangte amtlicha ^itteilung verőffentlicht hat, Bethlen und Horthy wollen naemlich plötzlich als Retter der Friedensvertraege auftreten. Warum hat mr.n in den letzten Wochen viel von den Mordsplaeoen der parteigaenger Bethlen' s und Horthy's gegen Benes und Masaryk gesprochen? üetzt will Herr Bethlen offenbar zeigen, dass er der beste Freur.d der Tschechoslowakei sei und dass nur er die T SO hechen von der Verschwörung der sechs Bűben gerettet habe. Das ganze ist eines der Netze, mit denen Herr Bethlen von Zeit zu Zeit seina Regierungstalent zeigt»