Bizalmas Értesítések 1926. március-június

1926-03-24 [1469]

Wien, 24.Maerz. /Ung.Tel.-Korr,-Bureau,/ Dáá Neue Freie Presse bespricht im Abendblatte an leitender Stelle den Abschluss der Frankfaelscherdebatte in der ungarischen Nationalversammlung und sagt; Gráf Bethlen hat gestern einon rednerischen Brfolg erzíelt, der sich in der Abstimmung deutlich auowirkte. Wie so oft, habén auch in diesem Falle die staerkeren Nerven cinen Sieg davongetragén und die Taktik, vor Allém Zeit zu gewinnen und zu warten^bis die Spannkraft der Anderen nachlaesst, hat sich neuerlich bewaehrt. Allerdings kann man dio Rede des Grafen Bethlen nicht hinnehmen ohne verschiedene Einwaende zu erheben. Wenn der Ministerpraesident auf das Unglück hinwies, das der Vertrag von Trianon hervorgerufen hat, wenn er an die sozialen Ktanhhci­ten erinnert, die durch die Kaempfc des revolutionaeren und des gegenro­volutionaeren Geistes heraufbeschwört wurden, dann muss man ihm beipflich -ten. Warum aber hat nicht die Regierung schon laengst alle notwendigen Massnahmen ergriffen, um den geheimon Gcsellschaften, die aus einer trübcn Bpoohe zurückgeblieben sind, endgültig den Todesstoss zu versetzen? Wa­rum hat sie sich bisher blosa auf Verheissungen beschraenktí Bedarf es, um das Übel an der Wu-rzel auf zugreifon, einer Deklaration, bedarf es der Vereinbarung mit den politischen partéién? Je rascher die Regierung eingreift, desto besser. Vor allém aber müssen alle Nebenabsichten zu­rücktreten. Man muss an massgebendor Stelle die Überzeugung habén, dass es diesmal nicht wieder bei blossen Ankündigungen bleiben könne. Jetzt müssen vielmehr die geheimen Gesollschaften rücksichtslos und für immor ausgemerjtt werden. Burch die Abstimmung im Parlament ist der Regierung eine ekla­tante Vertrauenskundgebung zu Teli goworden. Alléin diese Stellungnahme der gesetzgebenden Körperschaft verpflichtet. Sie enthaelt einen morali­schen Zwang, jetzt neue Wege einzuschlagen und mit der Vergangenheit der geheimen Binflü3se und der Willkür Schluss zu machen. . Ba.s 31att verweist auf die Rcde des Grafen Apponyi, der bei aller Vorsicht doch energisch erklaerto, dass hetzt radikale Aenderungen in der Regierungspolitik eintreten müssen, wenn Ungarn aus der Frank­faelschungsaffaere verjüngt und gesund hervorgehen soll. Wenn ein solchcr Mann mit allém Nachdruck versichert, dass eine neue Aera kommen müsse, so ist das eine Mahnung und Warnungnilglfeieh, die von niemandem über­hört werden kann. Bethlen ist gestern als Sieger aus der langwierigen Debatte über die/Faelschungen hervorgegangen, aber er darf nun auf diesem Ziel nicht ausruhen, sondern er muss Ordnung machen und den Geist des Rechtsstaates bis in die letzten Winkei Ungarns bis in die entlegen&ston Amtsstuben tragen. § Belgrád, március 24./ÍIagyar Távirati Iroda./ Az újvi­déki Zásztava hiradása alapján a Vreme azt irja,.hogy a budapesti leadó rádióállomás irredenta propagandát folytat a vajdasági magyarok kozott s ezért a posta- és távire-minisztérium tervbe vette, hogy a magyar nem­zetiségű állampolgároktóí megvonja a rádiókészülék tartásának jogát.

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